Presse

Auf dieser Seite haben wir Ihnen einige Artikel aus der Presse zusammengestellt.

"Postdampfer Prinz Heinrich" - aus "Leinen los!", Ausgabe 12/2013

"Leinen los!" berichtet rund um den Verein Deutscher Marinebund e.V., die Deutsche Marine, die Handelsmarine sowie maritime Themen in Deutschland und weltweit.
In der Dezember-Ausgabe 2013 war ein lesenswerter Artikel über die Prinz Heinrich veröffentlicht.
Der Artikel als pdf-Datei

"Das schönste Schiff des Nordens - aus "Centaur", Ausgabe 05/2013

Centaur ist das Kundenmagazin der ROSSMANN Drogeriemärkte; in der Ausgabe 05/2013 erschien ein sehr schöner Artikel über die "Prinz Heinrich" in der Rubrik "Zeitgeschichte Seefahrt".
Laden Sie sich hier den Bericht als pdf-Datei herunter. 

Zuwendung von 130.000 € erhalten

Dieses Photo zeigt die angereisten Teilnehmer des Ortstermin am 13. Sept. anläßlich der Zuwendung durch den Bund in Höhe von 130.000.-€ und die damit verbundene Anerkennung der Prinz Heinrich als Nationales Kulturdenkmal. Foto, von links: Landrat Bernhard Bramlage, Kulturstaatsminister Bernd Neumann, Berlin, MdB Frau Gitta Connemann; Leer / Berlin, unser Vorstand, Wolfgang Hofer, Horst Müller, Paul Franke und Jens Grafenburg.

 

Beim Vortrag von Wolfgang Hofer im Speisesalon hörte die Delegation interessiert zu.

OZ vom 24.10.12

Besuch von Frau Prof. Wanka auf der "Prinz Heinrich" am 23. 10.12

Emder Zeitung vom 20.04.2012

"Fünf Männer und zwei Babys"

"Die Dampfmaschinen für das historische Schiff „Prinz Heinrich” sind restauriert. Gestern wurden sie von Emden nach Leer transportiert."

Neue Zeitung März 2012

"Eine neu Perle des Leeraner Hafens"

"Restaurierung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden - Weitere Unterstützer gesucht!"

 

 

Ems Zeitung vom 02.01.2012

"Dampfkessel für die Prinz Heinrich"

"Restauration schreitet voran"

Ostfriesen Zeitung, 29.09.2011

"Prinz Heinrich" ist zusehends ergraut
Von Von Gerwin Gräfe

Der historische Post- und Ausflugsdampfer erhält gerade einen Korrosionsanstrich. Das Schiff liegt zurzeit im Industriehafen am Kai der Firma Transport-Beton Leer.

Leer - Die "Prinz Heinrich" ergraut. Allerdings ist dies kein Zeichen eines zunehmenden Alterungsprozesses. Im Gegenteil: Der 102 Jahre alte Dampfer macht mal wieder eine Verjüngungskur. Grau wird das Passagierschiff auch nicht bleiben, denn es handelt sich um einen Schutzanstrich. "Weiß ist die Grundfarbe des historischen Ausflugdampfers", stellt der Gründer des Vereins zur Restaurierung des Schiffes, Dr. Wolfgang Hofer, klar.

Auch abseits des Schiffes - es liegt jetzt im Industriehafen am Kai von Transport-Beton Leer - hat sich einiges getan. Hofer und seine Mannschaft arbeiten in eigenen Büros im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Jansen-Werft. Unternehmer Richard Hartema hat sie ihnen zur Verfügung gestellt. Hofers Helfer fühlen sich dort wie zu Hause. "Die meisten haben früher auf der Jansen-Werft gearbeitet", schmunzelt er. Auch in den vergangenen Wochen und Monaten konnte Hofer wieder Sponsoren werben. So hat die Hamburger Firma "International" 200 Liter Korrosionsschutzfarbe zur Verfügung gestellt. Kontakt mit dem Unternehmen hatte er über die Meyer-Werft bekommen. 1909 lief dort die "Prinz Heinrich" vom Stapel. Mittlerweile sitzt dem Verein die Zeit im Nacken

Als nächstes steht bei dem Schiffsoldtimer die Verlegung des Rohrleitungssystems an. Die Kupferrohre haben Firmen gespendet, doch es fehlen noch Fachleute, die sie einbauen können. "Jeder Helfer ist in unserer Crew herzlich willkommen", wirbt Hofer um mehr Mannschaftsstärke. Sind die Rohre installiert, können auch die Dampfmaschinen mit den Kesseln montiert werden.

Mittlerweile sitzt dem Verein die Zeit im Nacken. Denn für das nächste Jahr liegt eine sehr ehrenvolle Einladung vor. Im August 2011 wäre Namensgeber Prinz Heinrich 150 Jahre alt geworden. Dessen Geburtstag wird in Kiel groß gefeiert - vom dortigen Yacht-Club. Prinz Heinrich war im Verein - damals hieß er noch Kaiserlicher Yacht Club Kiel - Vizekommodore. Obendrein feiert der Kieler Yacht-Club im nächsten Jahr 100. Geburtstag. Der "Prinz Heinrich" kommt dabei eine ganz wichtige Rolle zu. "Unser Dampfer soll der Mittelpunkt des 150. Geburtstags des Kaiserbruders sein", freut sich Hofer auf den Ausflug nach Schleswig-Holstein.

 

 

 

 

Ostfriesen Zeitung 09.02.2011

"Die Restaurierung der "Prinz Heinrich" soll möglichst in diesem Jahr abgeschlossen werden."

Bericht in RZ vom 19.11.2010

"Weihnachtsspende von 10.000 Euro für die Restaurierung der "Prinz Heinrich" - 101-jähriges Dampfschiff 2011 fertig?"


Ostfriesen Zeitung vom 19.11.2010

Firmengründer Herbert Sitte. Reihum gehe es, erklärt er: „Und da wir auch eine Niederlassung in Papenburg haben, war diese Region dran.“ Gemeinsam mit den Leitern der Filiale im Emsland, Alfons Wilms und Heinz-Gerhard Heise, suchte man sich etwas, „das sich lohnt“. Und die Prinz Heinrich – da sind sich Heinrich Sitte und sein Sohn Bernd Sitte einig, die lohnt sich: „Das Schiff ist beeindruckend“, sagen sie. Sie lassen sich von der Euphorie Wolfgang Hofers anstecken, sehen in jeden Winkel des Dampfschiffs.
Immer wieder hört man ein „toll“ von Bernd und Herbert Sitte. Und Wolfgang Hofer zeigt immer wieder neue Facetten des Schiffs: „Hier können später Lesungen gehalten werden“, sagt er: „Oder hier vielleicht eine kleine Betriebsfeier.“
Die großen Geräte des Schiffes, beispielsweise die Dampfmaschine, sind bereits fertig. Die nächsten Monate wird es vor allem um die Feinheiten gehen: Kabel, Kissen für den Salon in „rot-gold“, wie Wolfgang Hofer glücklich sagt. Er hat genau im Kopf, wie das Schiff im kommenden Sommer aussehen soll. Herbert und Bernd Sitte wissen es nun auch.
Und sie haben ihren Beitrag dazu geleistet.
Mehr Informationen zu dem Schiff gibt es auch im Internet unter www.prinz-heinrich-1909.de

 

 

Ostfriesen Zeitung 11.06.2010

11.06.2010
Junge Bootsbauer zimmern für altes Schiff
Von Andra de Witt



leer/Emden - ?Hier kommt es auf Maßarbeit an.? Edzard Neumann steht vor dem hölzernen Gerippe eines Rettungsbootes. Der Fachleiter des Wahlpflichtkurses ?Bootsbau? an der Cirksenaschule in Emden erklärt, warum beim Ansetzen von Planken alle Schüler mit anfassen müssen. Gleich zwei Beiboote sollen die Hauptschüler für das Leeraner Traditionsschiff ?Prinz Heinrich? bauen. Ein Boot ist bereits fertig, mit dem Rohbau des anderen will der Kurs bis zu den Ferien fertig sein.

Theorie gibt es für die Schüler nicht, auch kein Lehrmaterial. ?Es wird erklärt, es wird gezeigt, und dann geht es los?, schildert Edzard Neumann den Ablauf. Nervös seien die Schüler vor der großen Aufgabe in der Regel aber nicht. ?Die Schüler wissen, was auf sie zukommt. Wir erwarten, dass sie Interesse haben, dass sie bei der Sache sind und es wollen?, sagt der Kursleiter.

Immer mittwochs arbeitet der Kurs während der ganzen Unterrichtszeit in Gruppen an den Aufträgen. Es wird geschliffen, gehobelt, gefeilt und lackiert. Sieben Schüler der 10. Klasse gehen immer zu zweit zu Werke. Dabei helfen erfahrenere Schüler den Mitschülern, die neu anfangen. Das Schleifen empfinden die Schüler übrigens als unangenehmste Aufgabe, trotzdem sind alle mit großem Eifer bei der Sache.

Die Fähigkeiten der Schüler würde Edzard Neumann gerne an komplexeren Projekten unter Beweis stellen. ?Wir möchten unser Können an größeren Booten zeigen?, sagt er. Die Jungs ziehen gerne mit, wobei weiterhin Beiboote gebaut werden sollen. Dabei ist der Kurs immer auf Aufträge und gemeinnützige Vereine angewiesen.

Ein Projekt, das dem Lehrer besonders am Herzen liegt, ist der Nachbau eines ?Emslandpunters?, einem Segler. Der Kursleiter hat nach eifriger Suche ein Modell gefunden und träumt nun davon, mit den Schülern diesen historischen Schiffstyp anzugehen und einen ?Emslandpunter? beispielsweise als Museumsschiff zu bauen. Doch auch dafür benötigt der Kurs einen Auftraggeber. Die Schüler sind allerdings nicht nur beim Bootsbauen sehr zukunftsorientiert. Edzard Neumann wünscht sich, dass den Teilnehmern die Möglichkeit geboten wird, das Segeln zu lernen: ?Sie sollten auch die Möglichkeit haben, ihre Boote selbst zu fahren.?

Dazu könnte er sich eine Zusammenarbeit verschiedener Emder Schulen vorstellen. Damit sich die Schüler in diesem Bereich ausprobieren können, sollten nach Neumanns Meinung mehrere Schulen dieses Angebot machen. ?Die Cirksenaschule könnte den Anfang machen?, sagt er. Überhaupt habe er auch von Schülern anderer Schulen gehört, dass sie gerne an einem Projekt wie dem Wahlpflichtkurs ?Bootsbau? teilnehmen würden.

 

 

Emder Zeitung vom 15.05.2010

Sieht aus wie neu:JohannAlberts, KarlTemplin, Jürgen Kunadt und Hinrich Christiansan einer der beiden Dampfmaschinen, die die Männer komplett auseinander genommen und repariert haben. EZ-Bilder: Klose

Ostfriesen-Zeitung 19.05.2010

"Im Spätsommer nächsten Jahres soll das 1909 gebaute Boot wieder Fahrt aufnehmen"

Ostfriesen Zeitung am 25.09.2009

25.09.2009
Feier für die "schwimmende Visitenkarte" "Prinz Heinrich"
Von Wolfgang Malzahn


Leer - Auch wenn der Vorsitzende des Vereins ?Traditionsschiff ,Prinz Heinrich?? immer wieder betont, sein Engagement für das schwimmende Denkmal sei völlig uneigennützig ? er konnte nicht verhindern, dass die Feier zum 100. Geburtstag der ?Prinz Heinrich? gestern Vormittag zum Hofer-Festival geriet. Fast alle Redner lobten den großen Einsatz des Vereinsvorsitzenden. So sprach Heinrich Michael Schormann, Geschäftsführer der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, davon, dass mit der Restaurierung des alten Dampfers ?ein Werk von nationaler Bedeutung? entstehe ? und Hofer sei dafür ?der rechte Mann am rechten Ort?.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann sagte, die ?Prinz Heinrich? sei ?ein strahlendes Denkmal, das nicht nur den Hafen von Leer verschönt, sondern uns auch unsere Geschichte vor Augen führt?. Ihr FDP-Kollege Hans-Michael Goldmann betonte, dass Leer durch dieses Schiff noch schöner werde: ?Leer ist absolute Spitze ? das sage ich auch als stellvertretender Papenburger Bürgermeister.? Erster Stadtrat Dr. Thomas Helmke sprach sicherlich für viele, als er ausführte, dass er angesichts des Schrotthaufens, den Wolfgang Hofer aus Rostock angeschleppt hatte, doch erhebliche Zweifel an dem Projekt gehegt habe: ?Doch was in den vergangenen fünf Jahren geschafft wurde, ist schon jetzt am historischen Liegeplatz am Nesseufer sichtbar.?

Richtig gerührt war Wolfgang Hofer, als Wolfgang Hacker aus Rostock vom Förderverein Seebäderschiff ?Kronprinz? ex ?Undine? ein Präsent auspackte: Er hatte das Original-Bauschild der Meyer-Werft aus demJahre 1909 aufgetrieben. Heimatvereins-Vorsitzender Albert Wehner jubelte: ?Ich freue mich, dass Leben in den Hafen kommt. Die Leeraner haben endlich ihren Hafen entdeckt.?
Für Hofer selbst ist die ?Prinz Heinrich? die ?schwimmende Visitenkarte der Stadt Leer?, die hoffentlich schon bald zu Traditionsfahrten entlang der Küste, aber auch zu Touren nach Bremerhaven, Flensburg oder Rostock aufbrechen wird ? und zwar unter Dampf. Eine Einladung zum Hamburger Hafengeburtstag wurde gestern bereits ausgesprochen.
Allerdings ist bis dahin noch einiges zu tun. Es fehlt vor allem Geld. Hofer: ?Nur wenn unser neuerlicher Spendenaufruf Früchte trägt, werden wir unser großes Ziel erreichen, die Restaurierung in zwölf Monaten zum Abschluss zu bringen.?

Das einzige Dampfschiff Norddeutschlands liegt noch bis zum Wochenende am Nesseufer und kommt dann wieder auf den Helling. Dann werden die Wellen und die Dampfmaschinen eingebaut. Die ?Prinz Heinrich? war als eines von 13 Schiffen des Jahrgangs 1909 der Meyer-Werft gebaut worden ? für 104000 Mark. Die Papenburger hatten damals 350 Mitarbeiter und machten 706000 Mark Jahresumsatz. Mit 37 Metern Länge und sieben Metern Breite war es damals eines der typischen Schiffe aus Papenburg. Die beiden Dampfmaschinen leisteten jeweils 155 PS.

Ostfriesen Zeitung 23.09.2009

23.09.2009
Ein Prinz aus Leer feiert 100. Geburtstag
Von Wolfgang Malzahn


Leer - Dr. Wolfgang Hofer, Vorsitzender des Vereins ?Traditionsschiff Prinz Heinrich?, sieht die Angelegenheit ganz nüchtern: ?Wenn jeder fünfte Ostfriese zehn Euro spendet, ist das Schiff in einem Vierteljahr fertig.? So müssen Hofer und seine Mitstreiter damit leben, dass das älteste Seebäderschiff Deutschlands seinen100. Geburtstag am morgigen Donnerstag als halb restaurierter Torso feiern muss. Trotzdem soll es einen Festakt am Nesse-Ufer geben. Gestern wurde die ?Prinz Heinrich? von der Werft zu ihrem Liegeplatz gegenüber dem Ruderclub geschleppt. Dort beginnt morgen um 11 Uhr ein Festakt, bei dem der Shantychor Oldersum für die musikalische Untermalung sorgt und ein Sonderstempel der Deutschen Post ausgegeben wird.

Für Wolfgang Hofer nimmt damit ein Traum immer konkretere Gestalt an: ?Uns fehlen bis zur Fertigstellung noch einige hunderttausend Euro, aber schon jetzt kann man sehen, dass das Schiff der optische Mittelpunkt des Hafens Leer sein wird.? Die ?Prinz Heinrich? gehöre zu den wichtigsten Schiffen in Deutschland. Und von Fachleuten sei ihm immer wieder bestätigt worden, sie sei es wert, restauriert zu werden. Was Wolfgang Hofer besonders wichtig ist: ?Was hier vom Verein gemacht wird, ist alles uneigennützig.? Es gehe nicht darum, dass sich jemand einen elitären Exklusiv-Traum verwirklichen möchte: ?Die ,Prinz Heinrich? ist ein Stück Ostfriesland. Alle Ostfriesen müssen das Gefühl haben, dass es auch ihr Dampfer ist.?

Die Faszination dieses Schiffes, das eines Tages als letzter Passagierdampfer Ostfrieslands, wenn nicht sogar Deutschlands, von Leer aus zu gemütlichen Touren starten soll, hatte Wolfgang Hofer nach eigenen Angaben sofort erfasst: ?Die Liebe war sofort da. Ich habe versucht, das Schiff zu retten, obwohl ich kein Fachmann bin.? Aber er habe so viel Hilfe bekommen, dass er ?manchmal den Tränen nah? gewesen sei. So zum Beispiel, als die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die ?Prinz Heinrich? als eines von 190 Denkmalen in Niedersachsen mit 25000 Euro unterstützte.

Trotzdem spart Hofer, der im kommenden Monat 65 Jahre alt wird, auch nicht mit Kritik: ?Die Stadt Leer hat doch die letzten 50 Jahre nicht einmal gewusst, dass sie einen Hafen hat.? Und angesichts des glänzend weißen Rumpfs in der Hafensilhouette meint der Vorsitzende des Vereins: ?Eigentlich müssten der Bürgermeister und alle anderen einen dreifachen Salto vor Freude machen, wenn sie dieses Bild sehen.? Die ?Prinz Heinrich? wurde 1909 von der Meyer-Werft in Papenburg gebaut und fuhr als Post- und Passagierdampfer zwischen Emden und Borkum. 1970 außer Dienst gestellt, lag sie als Museumsschiff in Lübeck und landete später in Warnemünde, wo sie von Hofer entdeckt wurde

Ems-Zeitung 20 Juli 2009

Diese Aufnahmen zeigen die schönen Holzarbeiten, die von den Männern in den Werkstätten des BTZ in Papenburg unter der Leitung unseres Tischlermeisters gefertigt werden. Einmal ist es das Bufett für den Speisesalon, das noch mit grünem Marmor umrandet wird und das neue schon fertige Achterdeckshäuschen

Neues Kapitel norddeutscher Kultur
Berufsbildungs- und Technologiezentrum unterstützt Restaurierung der Prinz Heinrich


Von Eva Kleinert
Leer/Papenburg. Im Hafen der Stadt Leer liegt ein seltener Schatz. Unter Staub, Schutt und Baulärm verbirgt sich der wohl deutschlandweit einmalige Post- und Passagierdampfer – die „Prinz Heinrich“. Sie wird hier von ehemaligen Mitarbeitern der Papenburger Meyer Werft und dem Verein „Traditionsschiff Prinz Heinrich“ restauriert. Zurzeit erhält das aufwendige Projekt tatkräftige Unterstützung vom Zentrum für Arbeit in Leer sowie dem Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) in Papenburg.

„Das Zentrum für Arbeit ist an uns herangetreten. Seitdem sind rund neun ehemals Arbeitslose damit beschäftigt, Holzarbeiten für die Prinz Heinrich zu erstellen“, erklärt BTZ-Geschäftsführer Hermann Gerdes. Wirklich verwertbare Teile zu bauen sei für die Beschäftigten enorm motivierend. Vom Potenzial der Handwerker zeigte sich Gerdes angesichts der bereits abgelieferten Arbeiten überzeugt. „Wir sind unheimlich glücklich über die Konstellation mit dem BTZ, vor allem Tischlermeister Gerhard Duca leistet unverzichtbare Arbeit“, freut sich auch der Vorsitzende des Vereins „Traditionsschiff Prinz Heinrich“, Dr. Wolfgang Hofer, über die Unterstützung. Seitdem das Zentrum für Arbeit in Leer an das BTZ herangetreten sei, ginge es spürbar voran. So hätten die Handwerker vor wenigen Tagen eine Anrichte fertiggestellt, die nun im historischen Speisesaal des Dampfschiffs ihren Platz gefunden habe. 40000 Euro habe die Doornkaat-Koolman-Stiftung gespendet, wovon das Holz für viele der Arbeiten bezahlt worden sei. Nun würde nach einem Sponsor für die Marmorumrandung gesucht. Laut Tischlermeister Duca bilden die Arbeiter derzeit das Ruderhaus originalgetreu nach. Dieses soll dann in Kürze auf der Prinz Heinrich installiert werden. „Normalerweise wird erst das Grobe gebaut, doch wir fangen schon jetzt mit den Feinheiten an, damit der Fortschritt für jeden auf den ersten Blick ersichtlich ist“, erklärt Hofer die Vorgehensweise. Um auch mit der Elektronik und den Rohrleitungen voranzukommen, hofft Hofer auf Unterstützung aus der Kreishandwerkerschaft. Bald stünden aber erst einmal die Installation der Dampfmaschine in den Hallen der Nordseewerke sowie der Einbau der Wellen- und Ruderanlage mithilfe der Meyer Werft an. 

Hofer ist sicher, dass der historische Dampfer alle Mühen wert ist: „Die Prinz Heinrich ist konkurrenzlos und einmalig.“ Bereits jetzt freue er sich, mit der „Visitenkarte und Botschafterin der Region“ den Hafentag in Bremen und Wilhelmshaven anzusteuern. Auch ihre alte Route nach Borkum und Emden soll die Prinz Heinrich befahren, wobei natürlich ein Abstecher zu ihrer Geburtsstätte, der Papenburger Meyer Werft, nicht fehlen dürfte, sagt Hofer. Zwar könne der historische Dampfer auch zu privaten Zwecken gechartert werden, doch wolle der Verein am Betrieb kein Geld für die Vereinskasse verdienen, sondern lediglich den Unterhalt der Prinz Heinrich bewerkstelligen. Dass es sich bei dem Dampfer keineswegs um ein ausschließlich ostfriesisches Projekt handele, macht Hofer deutlich: „Das Schiff wurde 1909 in Papenburg von der Meyer Werft gebaut. Die Prinz Heinrich ist einer der letzten Beweise dafür, dass auch schon vor 100 Jahren edle Schiffe die Werft verließen.“ Die Meyer Werft unterstütze das Projekt tatkräftig und stelle die Originalpläne bereit, so Hofer. 

„Für die Handwerker ist es sehr wichtig, nach Zeichnungen zu arbeiten. So können sie auch im späteren Beruf selbstständig arbeiten“, ist sich BTZ-Geschäftsführer Gerdes sicher. Ziel der Maßnahme sei es, durch derartige Qualifikationen die Teilnehmer in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, erklärt Heinz-Georg Smit vom Zentrum für Arbeit in Leer. Insgesamt haben 2009 laut Smit 20 ehemals Arbeitslose am Projekt Prinz Heinrich teilgenommen. Vier davon erhielten unbefristete Stellen, weitere Arbeitslosengeld-II-Empfänger seien bei anderen Maßnahmen beschäftigt oder arbeiteten direkt an der Prinz Heinrich und im BTZ. Lediglich fünf seien nun wieder arbeitslos, berichtet Smit über eine „Erfolgsquote von etwa 75 Prozent“. An der Restaurierung des Dampfers beteiligen sich außerdem zahlreiche Firmen. So kündigte auch die Deutsche Post an, einen Poststempel mit der Prinz Heinrich herauszugeben. Diesen soll es ab Oktober 2010 geben, um das 100. Jubiläumsjahr zu würdigen. Dauerhaft wird es sogar eine Poststelle auf dem Schiff geben, sobald dieses fertiggestellt worden ist. 

„Das Projekt ist im wahrsten Sinne des Wortes gemeinnützig. Die Menschen aus der Region müssen verstehen, dass das Schiff nicht für den Verein, sondern als kulturelles Juwel für die Allgemeinheit gerettet wird“, ruft Hofer zu Spenden aus der Bevölkerung und von weiteren Unternehmen auf. „Am historischen Liegeplatz, hier im Leeraner Hafen, wird emsländisch-ostfriesische Geschichte neu geschrieben.“
Das Kapitel der Bauarbeiten soll zumindest bis zum Oktober 2010 abgeschlossen sein, „solange die Prinz Heinrich noch 100 Jahre alt ist“, so Hofer. 

Informationen und weitere Fotos zum historischen Dampfschiff unter www.prinz-heinrich-1909.de

Die Prinz Heinrich und ihre Rettung
Im Jahre 1909 verließ der Doppelschrauben-Post- und Passagierdampfer Prinz Heinrich die Papenburger Meyer Werft.  Gebaut für die Borkumer Kleinbahn & Dampfschifffahrts AG, verkehrte das Schiff zwischen Emden und Borkum. In den Weltkriegen diente es als Versorger.  1958 wurde der mittlerweile in MS Hessen umbenannte Dampfer von der Reederei AG-Ems zum Motorschiff umgebaut. 1970 diente es – umbenannt in Mississippi – als Museumsschiff in Lübeck. 2002 blieb das Schiff in Rostock an der Neptun-Werft zurück, nachdem die Ausstellung verkauft worden war. 
Mit Unterstützung einiger Leeraner Sponsoren wurde die Prinz Heinrich 2003 vom neu gegründeten Verein „Traditionsschiff Prinz Heinrich“ erstanden und in den Leeraner Hafen überführt. 2004 zeichnete sie das Landesamt für Denkmalpflege als „Denkmal auf dem Wasser“ aus. „Das Traditionsschiff Prinz Heinrich ist „der letzte Zeitzeuge der Epoche des Kaiserreiches als der letzte Deutsche Fracht-, Passagier- und Postdampfer“, heißt es in der Broschüre des Vereins.
Mithilfe der Originalpläne der Meyer Werft und ehemaliger Werftarbeiter soll das Schiff noch vor Ablauf seines 100. Jubiläumsjahres im Herbst 2010 fahrtüchtig sein. Der Verein um den Vorsitzenden Dr. Wolfgang Hofer weist ausdrücklich darauf hin, dass das Schiff nicht für die Alleinnutzung durch den Verein restauriert wird. Spendenwillige unterstützten vielmehr das Kulturangebot in ganz Norddeutschland, so Hofer.

Ostfriesen Zeitung 03.06.2009

Leer
03.06.2009
Zentrum für Arbeit hält viel von "Prinzen"
Von Von Gerwin Gräfe

Die Beschäftigungsagentur will sich weiterhin für Kräfte für den Museumsdampfer einsetzen. 135000 Euro wurden bislang bereitgestellt. Das Geld sei gut investiert worden, meinte Monika Fricke.

Leer - Dr. Wolfgang Hofer, Vorsitzer des Vereins zur Restaurierung der "Prinz Heinrich", weiß, wie man Leute für das historische Schiff begeistern kann: "Meine Dame und Herren, sie betreten den letzten Doppelschrauben-Postdampfer Deutschlands." Die emphatische Begrüßung war jedoch in diesem Fall nicht nötig, denn die Dame und die Herren waren schon vor der Besichtigung vom Schiff sehr beeindruckt. Die Dame war Monika Fricke vom Leeraner Zentrum für Arbeit, die Herren kamen von den Bildungsträgern des Synodalverbands und des Berufsbildungs- und Technologiezentrums in Papenburg. Das Zentrum für Arbeit hatte in den vergangenen vier Jahren das Projekt "Prinz Heinrich" mit 135000 Euro unterstützt, die Bildungsträger vermittelten Menschen, , insgesamt waren es 20, die längere Zeit keine Arbeit hatten.

"Das Besondere bei diesem Projekt ist, dass die eingesetzten Leute hier wieder Selbstvertrauen schöpfen konnten", meinte Alf Wemhörner vom Synodalverband. Das brauchten einige dringend, um wieder im Berufsleben Fuß zu fassen. "Hier erleben sie, dass sie mit ihrer Hände Arbeit etwas Schönes und Sinnvolles schaffen konnten", sagte Wemhörner. Bei Bewerbungen sei es von Vorteil gewesen, dass sie auf ihre Arbeit an der "Prinz Heinrich" verweisen konnten. Wie viele der 20 Ein-Euro-Jobber wieder in Lohn und Brot gekommen sind, konnte Fricke aber nicht sagen. Exakte Zahlen würden noch nicht vorliegen.

OZ 14.05.2009

14.05.2009 Speisezimmer mit edlem Holz ausgestattet Prinz Heinrich Von Gerwin Gräfe Leer - Die Restaurierung des Passagierdampfers ?Prinz Heinrich? im Leeraner Industriehafen macht Fortschritte. Die sind jetzt auch für den Schiffbaulaien zu erkennen. ?Streichen Sie mal über das Holz, wie sich das anfühlt?, fordert Wolfgang Hofer, Vorsitzer des Vereins zur Restaurierung der ?Prinz Heinrich?, die Besucher auf. Edles Holz ? Teak und Mahagoni ? ziert den künftigen Speisesaal des historischen Schiffes. Der ursprüngliche Zeitplan sah die Restaurierung des Speisesaales noch gar nicht vor, erst sollte das Schiff technisch voll ausgerüstet sein. Das Voranstellen des Speisesaales hat einen psychologischen Grund. ?Die Leute, die uns bis jetzt unterstützt haben und uns vielleicht weiter unterstützen werden, möchten auch mal etwas sehen, das fertig ist?, sagt Hofers ehrenamtlicher Chefkonstrukteur Paul Franke. Geld hat der Verein jede Menge nötig. ?Wir hoffen auf Patenschaften und Sponsoren, sonst können wir irgendwann nicht weiterarbeiten?, sagt Franke. Um auch die drei Decks so schnell wie möglich mit Planken versehen zu können, ruft der Verein zu einer Patenschaft auf. Meterweise können Planken gesponsert werden. Zum Dank und zur Erinnerung an die Spender werden Messingscheiben mit deren Namen befestigt. Ein Denkmal möchten Hofer und sein Verein schon jetzt dem Zentrum für Arbeit widmen, das sie mit Arbeitskräften versorgt hat. ?Stundenlöhne von 80 Euro können wir uns nun einmal nicht leisten?, sagt Hofer. Was die technische Ausrüstung des Schiffes anbelangt, so geht es in Riesenschritten voran. Antriebswellen und Propeller werden gerade auf der Meyer-Werft in Papenburg gefertigt, ebenso der Schornstein, den Franke nach historischer Vorlage selbst am Schreibtisch konstruiert hat. Trotz allen Einsatzes, reisefertig wird die ?Prinz Heinrich? in diesem Jahr wohl nicht mehr. Auf jeden Fall aber wird es im September ein großes Fest zu Ehren der ?Prinz Heinrich? geben. Dann nämlich wird sie 100Jahre alt. Die ?Prinz Heinrich? wurde 1909 auf der Papenburger Meyer-Werft als Doppelschrauben-Post- und Passagierdampfer gebaut. Sie ist 37 Meter lang und sieben Meter breit. Der Dampfer verkehrte zwischen Emden und Borkum. 1970 wurde es außer Dienst gestellt. Dr. Wolfgang Hofer kaufte das mittlerweile abgewrackte Schiff und gründete einen Verein, um es zu restaurieren.

OK vom 03.05.2009

Zum 100. Geburtstag soll der Glanz der Kaiserzeit strahlen"

OZ am 27.02.2009

"Diplomarbeit bescheinigt dem Ems-Borkum-Dampfer großes touristisches Potenzial"

Ostfriesen-Zeitung 19.01.09

"Stiftung übergab Scheck für früheren Passagierdampfer"

OZ 18.12.2008

"Ostfriesische Volksbank spendet 8500 Euro für die "Prinz Heinrich"."

TeZett 18.12.2008

"Maritime Qualifizierung: Ein Projekt für ALG-II-Empfänger"

Emder Zeitung 29.11.2008

Leer aktuell Juli 2008

Emder Zeitung vom 25.04.08

Emder Zeitung vom 29.02.08

OZ 29.02.2008

Leer
29.02.2008
Engagierte Jugendliche mit ins Boot geholt

Von Ole Cordsen

PROJEKT Cirksenaschule in Emden hilft bei der Restaurierung der „Prinz Heinrich“
Unter Leitung des Werklehrers Edzard Neumann bauen die Hauptschüler zwei Rettungsboote für den ehemaligen Borkumdampfer.

Leer/Emden - Im Werkraum der Cirksenaschule in Emden surrt es wie ein Schwarm Hornissen. Gut zwei Dutzend Raspeln und Feilen schubbern über Mahagonistücke, die in Schraubstöcken festgekeilt sind. Stichsägen kreischen, Holzstaub kitzelt in der Nase. Rund 30 Schüler aus den neunten und zehnten Klassen engagieren sich im Wahlpflichtkurs „Bootsbau“ für ein Leeraner Projekt. Vier Stunden pro Woche zimmern die Jugendlichen zurzeit an zwei historischen Rettungsbooten in traditioneller Klinkerbauweise für die „Prinz Heinrich“. Die rund fünf Meter langen Boote sind bestimmt für den ehemaligen Borkumdampfer (siehe Infokasten), der derzeit nach den Originalplänen restauriert wird.

Rund 5000 Euro kostet das Material für die Rettungsboote, für das der Verein Traditionsschiff Prinz Heinrich aus Leer aufkommt. „Von dieser Zusammenarbeit profitieren beide Seiten in hohem Maße“, sagt Jan-Eve Buß, Leiter der Cirksenaschule. „Die Schüler sehen in der Praxis, wie aus nackten Holzplanken ein komplettes Ruderboot wird, erwerben handwerkliche Fähigkeiten, lernen Sorgfalt und Zusammenarbeit im Team.“ Auf der anderen Seite werde Geld gespart für die Restaurierung der „Prinz Heinrich“.

Dr. Wolfgang Hofer, Vorsitzender des Vereins, äußerte sich begeistert über die Kooperation. Er hofft, dass sich noch weitere Betriebe oder Freiwillige finden, die Patenschaften für Gewerke des alten Dampfers übernehmen und tat- oder finanzkräftig mithelfen. Für seine Dankesworte an die Schüler verstummt die Lärmwolke kurzzeitig. Doch dann wird emsig weitergefeilt und gesägt. „Den kleinen Hubbel solltest Du noch wegschleifen.“, fordert Edzard Neumann den 16-jährigen Mirco Jackes auf, der einen der Holzklötze bearbeitet, um daraus eine so genannte „Festmachklampe“ herzustellen. Dieser macht sich eifrig daran, dem Rat des Lehrers zu folgen.

SonntagsReport vom 03.02.2008

Ems Zeitung vom 02.02.2008

Emder Zeitung vom 01.02.2008

Ihre Hoheit wird wieder aufpoliert

Gestern wurde der erneuerte Rumpf des ehemaligen Seebäderschiffs „Prinz Heinrich“ im Leeraner Hafen zu Wasser gelassen. 

Von EZ-Redakteur
AXEL MILKERT
04921/ 89 00 40


Leer. Der 31. Januar 2008 bleibt für den Verein „Traditionsschiff Prinz Heinrich e.V.“ ein historisches Datum. Eines von vielen, die schon waren und die noch folgen werden. Der Verein hat sich eine Herkulesaufgabe gestellt: Er restauriert den bald 100 Jahre alten Ems-Borkum-Dampfer „Prinz Heinrich“ (wir berichteten). Gestern wurde der wieder hergerichtete Rumpf im Leeraner Hafen zu Wasser gelassen. Den etwas ungewöhnlichen Stapellauf (der Rumpf wurde über eine spezielle Anlage der ehemaligen Jansen-Werft geslippt) verfolgten zahlreiche interessierte Bürger bei stürmischem Wetter. Unter den Gästen war auch Bernhard Rossbach. Der heute 88-Jährige fuhr 1943 bis 1952 als Bestmann und Funker auf der „Prinz Heinrich“.

Stürmische Aktion
Es war ein Stapellauf in Zeitlupe, zu dem der Prinz-Heinrich-Marsch von 1898 abgespielt wurde. Es folgte ein schwieriges Manöver: Zwei Schlepper verholten den Rohbau an einen gut 100 Meter entfernten Anleger. Für die beiden Schlepper offensichtlich kein leichtes Unterfangen. Bei dem starken auflandigen Wind wurde das Vorschiff der „Prinz Heinrich“ einmal kräftig gegen die Spundwand gedrückt. Ein Schaden war jedoch nicht zu erkennen.

Vereinsvorsitzender Dr. Wolfgang Hofer schilderte die bewegte Geschichte des Schiffes und wie es wieder zurück nach Ostfriesland kam. Fortan soll der „Prinz“ als emsländisch-ostfriesischer Repräsentant in Fahrt gehen. 1909 war der Post- und Passagierdampfer auf der Papenburger Meyer-Werft vom Stapel gelaufen, fuhr zwischen Emden und Borkum, absolvierte Ausflugsfahrten auch ab Leer und diente in den Weltkriegen als Versorger. 1953 wurde er in MS „Hessen“ umbenannt, 1958 vom Dampf- zum Motorschiff umgerüstet und schließlich 1970 außer Dienst gestellt. Es folgten über 30 Jahre als Ausstellungsschiff (Schiffsname: „Mississippi“) in Lübeck, schließlich verrottete die einstige schwimmende Hoheit im Rostocker Hafen zusehends. Hofer hörte 2002 von dem Schiff, schmiedete große Pläne, die er zwischenzeitlich beinahe wieder aufgab, und holte die „Prinz Heinrich“ im Sommer 2003 dann doch nach Leer. „Der Patient musste in die Klinik, es sollte eine Diagnose gestellt und wenn möglich ein Therapieplan erstellt werden.“ Hofer betonte gestern, dies sei kein alleiniges Leeraner Projekt, auch wenn der Dampfer seinen Stamm-Liegeplatz in der Leda-Stadt haben wird. „Die Beziehung zu Emden ist ja sehr eng“, sagte er gegenüber der Emder Zeitung. So kam auch tatkräftige Hilfe aus der Seehafenstadt. Nordseewerke-Mitarbeiter Wilhelm Pantekoek befasste sich intensiv – und erfolgreich – mit dem Problem, wie man den alten mit dem neuen Stahl verschweißen kann. Pantekoek aktivierte auch seinen Petkumer Nachbarn Hinrich „Hinni“ Kettwig, einen ehemaliger Nordseewerker. Der 68-jährige Schiffbauer Kettwig – er war von 1954 bis 2001 auf der Emder Werft – übernahm das „Schiffbau-Management“ für die Restaurierungsarbeiten im Stahlbereich. Die Meyer-Werft steuerte ebenfalls eine Menge Know-how, technisches Gerät, Farbe und vor allem den notwendigen Stahl bei.

Original-Pläne
Die Liste der Unterstützer ist lang: Banken, Sparkassen, Geschäftsleute, Privatleute, der Landkreis Leer, der Germanische Lloyd, Betriebe wie die Reederei Briese (ihr gehört das ehemalige Jansen-Gelände), das Zentrum für Arbeit in Leer und nicht zuletzt die niedersächsische Sparkassenstiftung. Letztere machte, wie Hofer sagte, den Start der Arbeiten überhaupt erst möglich. Die Stiftung überließ dem Verein 100 000 Euro zur freien Verfügung. Und die Meyer-Werft übergab 2004 Kopien der Original-Baupläne.
Im Herbst 2009 soll das Schiff wieder in Fahrt gehen, lautet das ehrgeizige Ziel des mittlerweile 165 Mitglieder starken Vereins. Ehrgeizig ist wohl auch der Anspruch, wieder ein Dampfschiff aus dem einst schmucken Ausflügler zu machen. Zwei Dampfmaschinen werden gesucht. Sie sind „die Seele“ des Schiffes, sagte Wolfgang Hofer. Eine Herausforderung. In Schweden soll es noch eine geben, in den Niederlanden und in Australien, ganz sicher. „Aber die müssen ja auch zusammenpassen“, sagte Hinni Kettwig.
Die „Prinz Heinrich“ soll künftig die Orte Papenburg, Delfzijl, Emden und Borkum verbinden, lautet Hofers Wunsch. Deshalb möchte er gerne auch die Institution „Ems-Dollart-Region“ (EDR) ins Boot holen. „Das ist doch ein echtes grenzübergreifendes Projekt“, sagte er. Doch noch hakt es offenbar zwischen Verein und EDR.

Wer sich für die Arbeit des Vereins interessiert, findet alles Wissenswerte im Internet (www.prinz-heinrich-1909.de).

Pressefotos Emder Zeitung vom Stapellauf

Ostfriesen-Zeitung 01.02.08

01.02.2008
„Prinz Heinrich“ wieder in seinem Element

von gabriele boschbach

PROJEKT Nach dem Stapellauf liegt der Traditionsdampfer jetzt im Leeraner Handelshafen vor Anker
Der Startschuss für die Zeremonie fiel um 14 Uhr. Eine Stunde und sieben Minuten später schwamm das Schiff im Wasser.

leer - Sturm, Regen, Kälte : die Natur zeigte sich gestern Mittag im Leeraner Handelshafen nicht gerade von ihrer lieblichen Seite. Der Wind zerzauste alles, was sich ihm in den Weg stellte: gepflegte Haartrachten, Kostümjacken, Zeltwände. Nur einer setzte unbeirrt, verfolgt von unzähligen Blicken, seinen Weg fort. Millimeter für Millimeter schob er sein Gewicht von 120 Tonnen auf der Slipanlage in Richtung Hafenbecken: der Star des Tages, der alte Dampfer „Prinz Heinrich“. Totgesagt, wiederentdeckt von dem Leeraner Dr. Wolfgang Hofer, gerettet und wieder flottgemacht bewegte er sich ab 14 Uhr auf das Element zu, für das er geschaffen worden war.

Ein Stapellauf, bei dem nichts dem Zufall überlassen wurde. „Wir haben alles vorher ausgerechnet“, sagte Hellmut Wilckens und zückte ein Papier mit Zahlen und Tabellen. Der pensionierte Schiffsbauingenieur, der dem Verein Traditionsschiff Prinz Heinrich“ angehört, kann genau sagen, wie tief der Dampfer beim Erstkontakt ins Wasser eintauchen wird: 91 Zentimeter vorne und 108 Zentimeter hinten. „Wir gehen davon aus, dass alles so klappt, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Wilckens.

Davon war auch Helmut Männich überzeugt. Der Schiffsbauer verfolgte den Stapellauf aufmerksam und dachte in manchen Sekunden zweieinhalb Jahre zurück. Im Sommer 2005 hatte er gemeinsam mit seinen ehemaligen Kollegen von der Jansen-Werft die „Prinz Heinrich“ aus dem völlig verschlickten Leeraner Hafen auf das Hellinggelände gezogen. Auch später war er bei der Sanierung des Schiffes mit Rat und Tat behilflich. „Wer weiß heutzutage noch, wie Stahl genietet wird? Sehen Sie sich die ,Prinz Heinrichq an. Da stecken bestimmt 30 000 Nieten drin“, sagte der Leeraner. Weniger professionelles Interesse als vielmehr reine Schaulust führte Heike Vervoort mit ihren beiden Kinden zum Stapellauf. „Mein Vater Horst Müller hat mitgeholfen, den Dampfer zu restaurieren“, sagte die Leeranerin.

Sätze wie diese hört Dr. Wolfgang Hofer gerne. Sie zeigen, dass sich die Menschen in seiner Stadt mit dem Dampfer identifizieren. Und das ist eines der Hauptanliegen von Wolli, wie Dr. Hofer von Freunden genannt wird. Gestern war ein großer Tag für ihn. So etwas wie Halbzeit. Nächtelang habe er nicht schlafen können vor Aufregung, sagte der Vater des Prinz-Heinrich-Projekts. Richtig durchatmen konnte Hofer allerdings erst um 15.07 Uhr. „Er schwimmt“, brüllte jemand aus der Menge, und alle schauten auf den Dampfer, der von Schleppern der Leeraner Stadtwerke von seiner Pallung herunter ins Wasser gezogen wurde. Zu seinem neuen Platz vor dem ehemaligen Müsing-Gelände.

Ostfriesen-Zeitung 29.01.2008

29.01.2008
Prinz Heinrich: Zittern vor Wasserprobe

von gabriele boschbach

STAPELLAUF Morgen prüft das Team um Dr. Wolfgang Hofer, ob die Stahlhülle des Dampfers dicht ist
Am Donnerstag, 31. Januar, soll das Schiff zu Wasser gelassen werden. Dann werden die Salons und Kabinen ausgebaut.

leer - Die Nessewerft im Leeraner Handelshafen verwandelte sich gestern Mittag in einen Verschiebebahnhof. Ganz langsam, Millimeter für Millimeter, wurde der Dampfer Prinz Heinrich mit Hilfe mechanischer Seilwinden vom Hellinggelände auf die Slipwagen gezogen. Dort wurde er aufgepallt, das heißt auf Unterlegehölzer platziert. Dr. Wolfgang Hofer verfolgte den Vorgang gespannt und hielt ihn mit einer Filmkamera fest. Nach 20 Minuten atmete der „Vater“ des Prinz-Heinrich-Projekts (siehe Graphik) auf: „Geschafft“, rief er erleichtert aus. „Das Schiff hätte kippen können.“ Und das hätte das große, für kommenden Donnerstag um 14 Uhr geplante Ereignis platzen lassen: den Stapellauf des einstigen Ems-Borkum-Dampfers.

Der stählerne Koloss soll dann vor dem ehemaligen Gelände der Firma Müsing vor Anker gehen. An dem neuen Liegeplatz wird das Team um Dr. Wolfgang Hofer mit Hochdruck am Innenausbau des Traditionsschiffes arbeiten. Der bisherige Platz in der Nesse-Werft wird von dem Eigentümer Roelf Briese für eigene Arbeiten benötigt. Bis Donnerstag wartet noch eine Menge Arbeit auf die etwas mehr als ein Dutzend Männer, die Dr. Wolfgang Hofer bei der Sanierung des Schiffes unterstützen. Der Rumpf des Dampfers muss an bisher für Schweißarbeiten unzugänglichen Stellen abgedichtet werden. Eine Gewähr, dass die Stahlhülle des Schiffs wirklich geschlossen ist, hat die Crew allerdings erst, wenn es probeweise zu Wasser gelassen worden ist. Das ist für Mittwoch geplant. „Wir müssen dann von innen jeden Quadratzentimeter auf einer Länge von 37 Metern dahingehend absuchen, ob Wasser eingedrungen ist“, sagt Dr. Wolfgang Hofer.

Mit dem Stapellauf ist bei der Sanierung der „Prinz Heinrich“ nach den Worten von Dr. Wolfgang Hofer so etwas wie die Halbzeit erreicht. Bisher wurden für die am Donnerstag endgültig beendeten Stahlarbeiten rund 150 000 Euro ausgegeben. „Große Unterstützung haben wir von der Meyer-Werft und den Nordseewerken erhalten“, sagt Dr. Wolfgang Hofer. Nicht exakt beziffern lässt sich die Unterstützung durch das Zentrum für Arbeit, das Arbeitskräfte für das Schweißen gestellt hat. Für den Stapellauf lädt Hofer alle Leeraner und Mitglieder des Prinz-Heinrich-Vereins zu einer kleinen Feier auf die Nesse-Werft ein.

Emder Zeitung 25.01.2008

Ostfriesen-Zeitung 16.01.08

16.01.2008 Viel Lob für Team um die „Prinz Heinrich“ von gabriele boschbach DENKMALSCHUTZ Dr. Wolfgang Hofer hatte Leeraner Lokalpolitiker auf die Jansen-Werft eingeladen Die Gäste sollten sich ein Bild machen von den Fortschritten, die bisher erzielt worden sind. Viele Freiwillige engagieren sich für das Projekt. leer - Geschenke hatten die Gäste nicht mitgebracht. Dafür aber jede Menge freundliche Worte. Die sechs Leeraner Lokalpolitiker, die gestern Nachmittag auf Einladung von Dr. Wolfgang Hofer das Traditionsschiff „Prinz Heinrich“ auf dem Gelände der ehemaligen Jansen-Werft besuchten, lobten das bisher Geleistete. Den stärksten Superlativ wählte Paul Foest gestern Nachmittag: „Die Arbeit für die ,Prinz Heinrichq ist sensationell.“ Mit diesen Worten würdigte der CDU-Ratsherr das Engagement für die Rettung und gegenwärtige Restaurierung des ehemaligen Doppelschrauben-Post-und Passagierdampfers, der auf dem Trockendock liegt. Noch. In der nächsten Woche soll er zu Wasser gelassen und an der Kaimauer vor dem ehemaligen Müsing-Gelände weiter instand gesetzt werden (siehe Info-Kasten). Nicht nur Paul Foest, sondern auch die anderen Gäste waren begeistert von dem Projekt, das maßgeblich von Dr. Wolfgang Hofer auf den Weg gebracht worden ist. Ganz besonders angetan zeigten sich einige davon, dass der Prinz-Heinrich-Verein jetzt die Absicht hat, eine Dampfmaschine für den Betrieb des Schiffes zu erwerben und einzusetzen. „Das ist noch eine Technologie, die jeder versteht und die man vermitteln kann“, sagte Grünen-Ratsherr Bruno Schachner. Außerdem handele es sich um eine Technik, die auf viele Menschen eine große Faszination ausübe. Damit könne man gut werben und Menschen binden. Bisher hat das auch ohne Maschine sehr gut funktioniert. Hofer hat ein Team um sich geschart, das ehrenamtlich für das Schiff arbeitet. Einer von ihnen ist Hellmut Wilckens. Der pensionierte Schiffbauingenieur ist seit rund zwei Jahren für den Verein tätig. „Ich bin froh, dass ich mein Fachwissen dazugeben kann, wenn es verlangt wird“, sagt der gebürtige Rheinländer. Wie viele Spezial-Kenntnisse für die Instandsetzung des Schiffes erforderlich sind, machte Dr. Wolfgang Hofer deutlich. Weil der Stahl, der für die Fertigung alter Schiffe benutzt worden sei, sich von der Struktur her von neuzeitlichem unterscheide, muss er mit anderen Methoden geschweißt werden. Dafür sei eine spezielle Ausbildung erforderlich gewesen, so Hofer.

Ostfriesen-Zeitung 11.09.07

Leer
11.09.2007
Für Schiffbauer Jan Schipper wurde der Beruf zum Hobby

Von Gerwin Gräfe

STIPPVISITE Der 70-Jährige restauriert die „Prinz Heinrich“
Er war seit seiner Jugend auf der ehemaligen Jansen-Werft beschäftigt. An der Firma hängt heute noch sein Herz.

Leer - Jetzt ist die „Prinz Heinrich“ sogar deutschlandweit bekannt. Am Sonntag brachte das ZDF einen kurzen Beitrag zu den Arbeiten an dem Passagierschiff-Veteranen. Vor dem Fernseher saß auch Jan Schipper aus Leer. Er gehört zu den alten Kämpen, die an dem Dampfer herumdoktern, um ihn wieder auf Vordermann zu bringen. „Dor wacht noch een heel bült Arbeit up mi“, lautet sein Kommmentar zur ZDF-Reihe „Bürger rettet eure Städte“. Dr. Wolfgang Hofer, der das Schiff nach Leer geholt hat, ist voll des Lobes über ihn: „Ein ganz toller Mann.“ Auf Jan Schipper sei nicht nur Verlass, er verstehe auch eine Menge vom Schiffbau.

Kein Wunder. „Ich habe von Jugend an Schiffe gebaut“, erzählt der in Bingum-Coldam geborene Tatmensch: „Ich muss immer etwas zu tun haben.“ Die ehemalige Jansen-Werft in Leer hat ihn nicht nur beruflich geprägt. „Schiffbauer, egal von welcher Werft, sie auch kommen, verstehen sich auf Anhieb“, hat er erfahren. Zur Jansen-Werft sei noch die besondere Atmosphäre gekommen: „Bei uns ging es human zu“, erzählt er mit Stolz. Und verdient habe man auch gut. „Kurt Jansen hat immer zugesehen, dass wir durch Überstunden gut verdient haben.“ Zum Werftchef habe er immer ein gutes Verhältnis gehabt, fügt er an. Der Kontakt zu den alten Kollegen von der einstigen Leeraner Paradewerft ist auch nach dem Konkurs 1988 nicht abgerissen. Einmal im Jahr machen die alten Schiffbauer eine Reise : zuletzt waren sie in Amsterdam : und treffen sich im Viehhof-Restaurant, um alte Zeiten wieder aufleben zu lassen.

Der plötzliche Konkurs ist dabei keine Thema mehr: „Wer da nun Schuld hatte, das weiß keiner so richtig“, winkt er ab. In alten Geschichten herumzuwühlen, bringe nichts mehr.
Das Aus für die Jansen-Werft war für Jan Schipper ein Keulenschlag. „Ich kam morgens zur Arbeit und war völlig ahnungslos“, erinnert er sich. Er hatte noch Glück und bekam vom Arbeitsamt eine Umschulung angeboten. Sein Praktikum machte er bei der Müsing-Firma Overledinger Maschinenbau. „Lernen brauchte ich dort aber nicht“, erzählt er mit einem Lächeln, „die haben mich gleich eingestellt.“ Fünfeinhalb Jahre arbeitete er in dem Betrieb, bis er in Rente ging. Jetzt ist er wieder Schiffbauer. „Mein Beruf ist jetzt mein Hobby“, freut er sich. "
„Bei uns auf der Werft ging es human zu“ "
Jan Schipper

Ostfriesen-Zeitung

Leer
14.08.2007

Es wird in die Hände gespuckt

Von Gerwin Gräfe
TRADITION ZDF-Team filmt in Leer die Arbeiten am Dampfer „Prinz Heinrich“ 

An Bord sind Fachleute am Werk. Ein ehemaliges Besatzungsmitglied schaute gestern vorbei. 

Leer - Demnächst erlangt die „Prinz Heinrich“ auch bundesweit Publizität. Ein Team des ZDF aus Hannover war gestern auf der Slipanlage der ehemaligen Jansen-Werft in Leer, um Aufnahmen des früheren Ausflugsdampfers zu machen. Zu sehen sein wird der Beitrag in der ZDF-Serie „Bürger, rettet eure Städte“. Sendetermin ist der 9. September um 14 Uhr. Aufmerksam wurde das ZDF auf das Projekt in Leer durch die „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“, die die „Prinz Heinrich“ in ihr Förderprogramm aufgenommen hat. „Jetzt sind wir hier“, sagte Aufnahmeleiter Jörns Thorsting nur kurz und knapp. 

Dr. Wolfgang Hofer, Gründer und treibende Kraft des Vereins zum Erhalt des Ausfflugsdampfers, empfing die Kameraleute zünftig in Arbeitsklamotten. Rostflecken auf Jacke und Jeans zeigten an, dass er keiner ist, der alles vom Schreibtisch aus lenkt, sondern selbst auch mit anpackt : soweit ein ehemaliger Zahnarzt dazu in der Lage ist. Aber es gibt ja genügend pensionierte Spezialisten im Verein, die etwas von Schiffbau verstehen: Jan Schipper zum Beispiel. Der Schiffbauveteran war gestern wieder mit seinem hölzernen Werkzeugkasten auf dem Schiff. Pünktlich wie immer. „Alles erledigt“, verabschiedete er sich gegen Mittag von Hofer. „Vor diesem Mann ziehe ich meinen Hut“, zollte ihm der Vereinsvorsitzer Respekt. 

Gestern Vormittag kam noch jemand auf die Werft, der das alte Schiff wie kein anderer kennt: Bernhard Roßbach. Der 87-Jährige aus Westrhauderfehn fuhr von 1943 bis 1952 als Funker auf dem 37 Meter langen Boot. „Wir haben alles nach Borkum geschafft, was man zum Leben gebrauchte“, erzählte er: Vieh, Kohle, Briketts, Baumaterial, Lebensmittel. Zusätzlich noch Munition. Im Krieg war Borkum eine Festungsinsel. „Obwohl wir kein Radar hatten, sind wir auch bei Nebel gefahren“, ließ er alte Zeiten aufleben: „Wir haben uns dann an Tonnen orientiert.“ Sturm habe dem Schiff nicht viel ausgemacht: „Das lag immer gut in der See.“ 

Bis der Dampfer wieder eine Handbreit Wasser unterm Kiel hat, wird es noch einige Zeit dauern. „Als Ziel haben wir uns das Jahr 2009 gesetzt“, sagte Hofer. Es sieht nicht schlecht aus. Das Schiff hat wieder einen kerzengeraden Steven, und der alte Salon mit der Holzvertäfelung ist wieder hergerichtet. Zwei Dampfmaschinen, die zum Schiff passen und die beiden Schrauben einmal antreiben können, hat der Verein in Schweden entdeckt. Über den Preis hat man allerdings noch nicht verhandelt. „Vielleicht wird durch die bundesweite Ausstrahlung des ZDF-Beitrags jemand auf unser Schiff aufmerksam und macht für die Motoren Geld locker,“ schmunzelt Hofer. 

Sonntagsreport 12.08.07

Ostfriesen-Zeitung 16.06.07

Leer
16.06.2007

„Prinz Heinrich“ im Rundfunk

Leer - Kürzlich hat der Journalist Michael Löning auf dem historischen Postdampfer „Prinz Heinrich“ ein plattdeutsches Interview mit Bernhard Rossbach aus Rhauderfehn und Dr. Wolfgang Hofer geführt. Bernhard Rossbach ist mit seinen 88 Jahren das älteste Mitglied des Vereins „Prinz Heinrich“. Er ist auf der alten „Prinz Heinrich“ viele Jahre als so genannter Bestmann und Funker gefahren und erzählt von dem Leben damals an Bord des alten Dampfers. Ein Ausschnitt aus diesem Gespräch wird vom NDR 1 Niedersachsen in der Sendung „Dit un Dat op Platt“ zwischen 18.05 und 20 Uhr am heutigen Sonnabend gesendet.

Neuer Flyer / Danke Udo und Hauke Steinigeweg

 

Leer aktuell und Borkum aktuell im Mai 2007

Ems-Zeitung 28.04.07

„Prinz Heinrich“ kämpft um neuen Glanz 

Leer: Restaurierung von altem Meyer-Schiff schreitet voran – Dringend Schweißer gesucht 


gs Leer/Papenburg. Die Stahlarbeiten am ehemaligen Dampfer „ Prinz Heinrich“ auf der früheren Jansen Werft in Leer nähern sich dem Abschluss. Um das Etappenziel planmäßig zu erreichen, benötigt der Verein „Traditionsschiff Prinz Heinrich“ allerdings neben weiterer finanzieller Unterstützung dringend einige Schweißer. 

Das anno 1909 auf der Papenburger Meyer Werft gebaute Schiff soll unter der Regie des Vereins vollständig restauriert werden. Ziel ist es, den im Oktober 2005 nach langer Irrfahrt (siehe Infokasten) vor Anker in Leer gegangenen Dampfer wieder einsatzfähig zu machen. Inzwischen tragen die Arbeiten am „alten Prinzen“ sichtbare Früchte. So wurde der für Schiffe aus der Zeit der Jahrhundertwende charakteristische senkrechte Steven zurückgebaut. Auch der Speisesalon hat nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Dr. Wolfgang Hofer wieder seine Originalgestalt bekommen, die großen offenen Seitenfenster über dem Schanzkleid bringen viel Licht und Offenheit auf das Zwischendeck. In Kürze werde auch der Niedergang auf dem Vorderdeck wieder aufgesetzt. „Man kann sich schon gut vorstellen, wie schön der Passagierdampfer einmal ausgesehen hat“, sagt Hofer. 

Dennoch hat der Verein Sorgen, weil wegen fehlender Arbeitskräfte die Schweißarbeiten nicht zügig genug vorangehen. Dies liegt dem Vorsitzenden zufolge einmal daran, dass Lohnkostenzuschüsse für 2007 zum Teil nicht mehr zu Verfügung stehen und Tariflöhne für ein gemeinnütziges Projekt wie die „ Prinz Heinrich“ nicht über Spendengelder gezahlt werden können. „Zum anderen ist der Markt wegen der sehr guten Beschäftigungslage für Schiffsbauer und Schweißer so gut wie leergefegt“, so Hofer. Der Verein appelliert deshalb an ältere Schweißer und Schiffbauer in Papenburg, Leer und Umgebung, die sich im Ruhestand befinden, einen Teil ihrer Freizeit zusammen mit ihrer Erfahrung in die Restaurierung des Schiffes einzubringen. Bei der Mitarbeit von fünf bis sechs zusätzlichen Männern für einige Stunden am Tag oder an bestimmten Tagen in der Woche dürften die Restarbeiten bis zum Juli erledigt werden können, schätzt Hofer. „Dies ist für das Projekt auch deshalb wichtig, weil die für das laufende Jahr bereitgestellten Spendengelder aus den am Projekt beteiligten Stiftungen nur für spezielle Abschnitte wie beispielsweise für die beiden schwedischen Dampfmaschinen und den anstehenden Holzausbau der Salons, der Holzdecks und des Ruderhauses genutzt werden dürfen“, betont der Vorsitzende. Je früher also die Stahlarbeiten beendet würden, umso eher könne mit diesen Holzarbeiten begonnen werden. Ob die Tätigkeit ehrenamtlich ausgeführt werden kann oder geringfügig bezahlt werden soll, werde in einem persönlichen Gespräch zu klären sein. 


Über die Schiffsbauer und Schweißer hinaus sucht der Verein einen „Allrounder“, der die Arbeiten an der „ Prinz Heinrich“ für die Zeit der geplanten Restaurierungsphase bis zum Herbst 2009 zusätzlich mit begleitet. Hofers Traum: Wenn in zwei Jahren wieder ein Luxusliner die Meyer Werft über die Ems Richtung Nordsee verlässt, möchte er, dass der dann 100 Jahre alte Dampfer voll beflaggt vorneweg schippert und dem Ozeanriesen den Weg zeigt. „Die ‚ Prinz Heinrich‘ ist nicht nur ein Stück Kulturgeschichte unserer Zeit, sondern auch ein wunderbarer Repräsentant für unsere Region“, sagt Hofer. 

Interessenten werden gebeten, sich mit dem Vorsitzenden (Tel. 0491/13796) oder mit Kapitän Hermann Westermann (Tel. 0491/5252) in Verbindung zu setzen. Spendenkonto: Sparkasse Leer/Weener, Kontonummer: 30002000, BLZ: 28550000. 

Der „Alte Prinz “ im Netz: www.prinz -heinrich-1909.de 

Ostfriesen-Zeitung vom 28.04.07

Ostfriesen-Zeitung 27.03.2007

27.03.2007
Ehemalige Werftarbeiter helfen bei der 
Schiffs-Restaurierung TRADITION Postdampfer „Prinz Heinrich“ als Projekt

Beim Jansen-Jahrestreffen war der Präsident der Ostfriesischen Landschaft zu Gast.
Leer - Bereits zum 20. Mal kamen mehr als 80 ehemalige Mitarbeiter der Jansen-Werft und diefrüheren Firmeneigner Kurt und Ingo Jansen zum traditionellen Jahrestreffen in Leer zusammen. Als Gäste nahmen der Präsident der Ostfriesischen Landschaft, Helmut Collmann, der SPD-Bundestagsabgeordnete Clemens Bollen und Kurt Boden, früher Germanischer Lloyd, teil. Helmut Collmann unterstrich den langjährigen Zusammenhalt der ehemaligen Jansen-Beschäftigten. Clemens Bollen berichtete über die aktuelle Situation im Schiffbau. Er dankte für die Solidarität und das Engagement der Beschäftigten auch bei der Restaurierung der„Prinz Heinrich“. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Vorführung des Videofilms von Dr. Wolfgang Hofer. Seit 2005 erfolgt auf der stillgelegten Jansen-Werft die Restaurierung des letzten doppelschraubigen Post- und Passagierdampfers „Prinz Heinrich“. 

Obwohl es nicht einfach war, ist es einem engagierten Team der ehemaligen Werftmitarbeiter um Helmut Geerdes, Helmut Männich und Jan Schipper gelungen, die verschlickte Helling der Jansen-Werft so weit wieder zu aktivieren, um damit die „Prinz Heinrich“ aus dem Wasser zu bekommen. Wolfgang Hofer hatte als Vorsitzender des Vereins „Traditionsschiff Prinz Heinrich 1909“ das Projekt auf den Weg gebracht.

Ostfriesen-Zeitung 19.01.2007

Ostfriesen-Zeitung
Leer
19.01.2007

Geschichtliches

Die „Prinz Heinrich“ wurde 1909 auf der Papenburger Meyer-Werft als Doppelschrauben-Post- und Passagierdampfer gebaut. Sie ist 37 Meter lang und sieben Meter breit. Sie wurde mit zwei Maschinen betrieben. Der Dampfer verkehrte in erster Linie zwischen Emden und Borkum. Seit 1953 hieß das Schiff „Hessen“. 1970 wurde es außer Dienst gestellt und als Museumsschiff für eine Überseeausstellung an die Trave nach Lübeck verkauft. Seine „Endstation“ war der Hafen von Rostock. Dort spürte Dr. Wolfgang Hofer das mittlerweile abgewrackte Schiff auf, kaufte es und sorgte im Sommer 2003 dafür, dass es nach Leer geschleppt wurde.

Anfang 2005 begannen durch das Zentrum für Arbeit vermittelte Männer mit Stahlbauarbeiten am Schiff. Im Internet gibt es unter
www.prinz-heinrich-1909.de Informationen über das Objekt.
Spendenkonto: 3000 2000 bei der Sparkasse Leer-Wittmund BLZ 285 500 00.

Ostfriesen-Zeitung 19.01.2007

19.01.2007
Paten für die „Prinz Heinrich“ gesucht

von gabriele boschbach

RESTAURIERUNG Dr. Wolfgang Hofer möchte neue Geldquellen für die Sanierung des Schiffes erschließen
Die Stahlbauarbeiten an dem Dampfer sind so gut wie abgeschlossen. Jetzt muss die Gestaltung der Inneneinrichtung finanziert werden.

leer - Die ehemalige Leeraner Jansen-Werft im Hafen ist an diesem nebligen Morgen in ein schmutzig-graues Licht getaucht. Eine Farbe, die sich auch am Rumpf der „Prinz Heinrich“ wiederfindet. Das ehemalige Post- und Passagierschiff, das von 1909 bis 1970 auf der Strecke Emden-Borkum verkehrte, liegt auf dem Trockendock : entkernt, komplett gesandstrahlt und weitgehend gestrichen. Mit einer grauen Spezialfarbe, die das Material vor Witterungseinflüssen schützen soll. „Das hat eine Tochterfirma der Meyer-Werft gemacht : unentgeltlich“, betont Dr. Wolfgang Hofer. Der „Vater“ des Projekts und Vorsitzende des mittlerweile gegründeten Vereins „Prinz Heinrich“ kommt aus seiner schwelgerischen Stimmung gar nicht mehr heraus, wenn er auflistet, von wem seinem Vorhaben Hilfe zuteil geworden ist. Eine weiße, vor dem Schiff montierte Tafel weist die einzelnen Geldgeber auf: Die Nordsewerke sind ebenso darunter wie der Landkreis Leer oder die AG Ems, unter deren Flagge die „Prinz Heinrich“ viele Jahre lang unterwegs war.

Reeder Roelf Briese, der das ehemalige Gelände der Jansen-Werft betreibt, hat dem Verein „Prinz Heinrich“ ein Büro in seinem Firmengebäude zur Verfügung gestellt. Von dort leitet Dr. Wolfgang Hofer jetzt „seine Geschäfte“: Das heißt, dass er in erster Linie dafür sorgt, dass genügend Geld da ist für die weitere Sanierung der „Prinz Heinrich“, etwa für das Ruderhaus, die Möblierung des 1. und 2. Salons, die Installation einer Lüftungsanlage und die Erneuerung der Treppen. Hofer denkt daran, Paten für einzelne Restaurierungsprojekte zu gewinnen. Deren Namen stünde dann später, in eine Messingtafel eingraviert, auf dem jeweiligen Objekt.

2009 soll der Dampfer fertig sein, dann feiert er nämlich seinen 100. Geburtstag. Hofers Traum ist, dass die „Prinz Heinrich“ dann neben der Nessebrücke direkt vor dem geplanten Hotelkomplex vor Anker liegt: „Ihren Schornstein könnte man vom Denkmalsplatz aus sehen. Sie würde der Mittelpunkt des historischen Handelshafens sein.“
An Bord könnte nach den Vorstellungen von Hofer geselliges Leben stattfinden: Konzerte, Weinabende, Lesungen. Die „Prinz Heinrich“ als von allen geliebtes Herzstück des Hafens, als Hort der Gastlichkeit und als Anziehungspunkt für Touristen : das sieht der Vereinsvorsitzende vor seinem geistigen Auge, wenn er weiter träumt. Zwei Jahre bleiben ihm noch für die Erfüllung seiner Visionen.

Abendkurier 02.12.06

Ostfriesen-Zeitung 12.10.06

Ostfriesen-Zeitung 

12.10.2006

„Prinz Heinrich“ hat einen Stand

leer /BIBO - Ohne die „Prinz Heinrich“ läuft auch auf der Ossi-Schau nichts. „Wir haben in der Halle der Stadt Leer einen Anlaufpunkt für alle Interessierten geschaffen“, sagt Dr. Wolfgang Hofer. „Aber der taucht leider nicht im Aussteller-Verzeichnis auf.“ Am Stand gibt es nach Hofers Angaben jede Menge Informationen über den im Jahr 1909 auf der Papenburger Meyer-Werft gebauten Dampfer, der zurzeit vom Verein „Traditionsschiff Prinz Heinrich“ in Leer restauriert wird. 

08.08.2006 Ostfriesenzeitung

08.08.2006
ASV befürchtet Fischsterben

Von Gerwin Gräfe

HAFEN Angler sehen Probleme beim Zuwasserlassen der „Prinz Heinrich“

Es könnte Schlamm aufgewirbelt werden, sorgt sich Vereinsvorsitzer Groenewold. Der Sauerstoffgehalt könnte dadurch sinken.

Leer - Karl Groenewold, Vorsitzer des Angelsportvereins Leer und Umgegend (ASV) ist besorgt: „Hoffentlich wird beim Zuwasserlassen der ,Prinz Heinrichq nicht zu viel Schlamm aufgewirbelt.“ Er befürchtet, dass es zu einer weiteren Katastrophe kommen könnte wie vor vier Jahren, als tausende Fische aufgrund aufgewirbelten Schlamms verendeten. Wie berichtet, soll das Traditionsschiff „Prinz Heinrich“ die Helling der ehemaligen Jansen-Werft verlassen. Der Eigentümer, die Reederei Briese, benötigt die Werft für die Montage von Schiffsteilen.

Das Problem für die „Prinz Heinrich“ ist, dass sie nach dem ZuwasserlLassen durch Schlick gezogen werden muss, um zu ihrem neuen Liegeplatz zu gelangen (die OZ berichtete). Groenewold hat Bedenken, dass dadurch so viel Schlick im Handelshafen aufgewirbelt wird, dass der Sauerstoffgehalt des Wassers drastisch sinkt und Fische sterben. „Insbesondere bei den gegenwärtig hohen Wassertemperaturen könnte dies leicht passieren“, gibt sich Groenewold pessimistisch. Stadtsprecher Erich Buß teilt die Bedenken nicht: „Es wird diesmal keine Spülung vorgenommen, bei der mit Hochdruck Schlamm aufgewirbelt wird.“ Die „Prinz Heinrich“ werde nur eine kurze Strecke durch den Hafen geschleppt. Dabei werde vorsichtig verfahren.

Angelsportvereins-Vorsitzer Groenewold dringt umso nachdrücklicher auf eine schonende Behandlung des Hafens, als der Fischbestand im Hafen sich wieder erholt hat: „Zander und Barsch sind im Hafen wieder gut vertreten.“ Groenewold führt das zum einen darauf zurück, dass der Verein selbst massenweise Rotaugen für Raubfische ausgesetzt hat, und darauf, dass im Handelshafen kein Schlick mehr aufgewirbelt wurde. Was nicht ist, kann aber noch werden. Nach dem Industriehafen soll auch noch der Handelshafen ausgebaggert werden.
[Alle Artikel aus Leer]

05.08.06 AK

05.08.2006 Ostfriesenzeitung

05.08.2006
„Prinz Heinrich“ steckt in einer Zwangslage

von gabriele boschbach

PROJEKT Das Schiff muss die Helling verlassen, kann aber wegen des Hafenschlicks kaum bewegt werden

Reeder Roelf Briese, auf dessen Gelände das Boot steht, benötigt den Platz für ein Projekt. Die Zeit drängt.

leer - Eigentlich hätte Dr. Wolfgang Hofer, Urheber des Prinz-Heinrich-Projekts, allen Grund zur Freude. Die Restaurierung des Traditionsschiffs auf der ehemaligen Jansen-Werft, deren Gelände jetzt zur Reederei Briese gehört, ist nach anfänglichen Schwierigkeiten gut vorangekommen. Außerdem stößt sein Vorhaben bundesweit auf Zuspruch. Doch aktuell türmt sich ein großes Problem auf: Reeder Roelf Briese benötigt die Helling, auf der die „Prinz Heinrich“ derzeit steht, für ein eigenes Projekt. Er will dort Schiffsteile montieren lassen. „Mit diesen Arbeiten müssen wir auch bald beginnen, weil uns terminliche Verpflichtungen binden“, sagt eine Mitarbeiterin der Reederei. Wohin mit der „Prinz Heinrich“? Diese Frage treibt Dr. Wolfgang Hofer um. Der Hafenbereich um die Helling herum sei total verschlickt. „Bereits beim Zu-Wasser-Lassen des Schiffes auf Schienen steht zu befürchten, dass der bereits restaurierte Rumpf Schaden nimmt“, fürchtet Hofer. Der noch nicht ausgebaggerte Handelshafen habe an dieser Stelle durch den Schlick eine so geringe Wassertiefe, dass die „Prinz Heinrich“ stecken bleiben könnte.

Diese Befürchtungen kann Dr. Thomas Helmke, Geschäftsführer der Stadtwerke, weitgehend zertreuen. „Der Schlick ist an dieser Stelle nicht so fest, als dass man die ,Prinz Heinrichq nicht hindurch ziehen könnte“, sagt er. Um dies zu bewerkstelligen, biete er gerne die beiden Schiffe der Stadtwerke, die „Krabbe“ und die „Ulrike“ an. Das Unterfangen sei nicht ganz leicht, es ließe sich allerdings bewerkstelligen. Das Schiff muss nur nur etwas mehr als 50 Meter weiter gezogen werden, zu einem Platz für die weitere Restaurierung. Die „Prinz Heinrich“ wurde 1909 auf der Papenburger Meyer-Werft als Post- und Passagierdampfer gebaut. Zuletzt rottete es im Rostocker Hafen vor sich hin.

Ostfriesenzeitung 28.07.2006

28.07.2006
Suche nach Liegeplatz für „Prinz Heinrich“
TRADITION Wolfgang Hofer favorisiert für das Traditionsschiff das Nesseufer

Er sieht den Standort vor dem künftigen Hotel als sehr geeignet an. Bürgermeister Wolfgang Kellner stimmt ihm zu und dämpft die Befürchtung, der Dampfer könne abgeschoben werden.

Leer / BIBO - Als Dr. Wolfgang Hofer gestern die Skizze des im Bau befindlichen Rundwegs an der Nesse in der Ostfriesen-Zeitung sah, schoss ihm sofort ein Gedanke durch den Kopf: Wo ist der Liegeplatz für die „Prinz Heinrich“? Der Leeraner ist derzeit dabei, das Traditionsschiff restaurieren zu lassen. In seinen Augen sollte der Dampfer direkt vor dem geplanten Hotel am Nesseufer vor Anker liegen. „Ich stelle mir vor, dass er den Endpunkt einer gedanklichen Verlängerung der Sichtachse am Tourismuszentrum bildet“, sagt Dr. Wolfgang Hofer.

„Das halte ich auch für einen hervorragenden Standort“, sagt Bürgermeister Wolfgang Kellner. Natürlich sei der noch nicht offiziell ausgewiesen, weil die „Prinz Heinrich“ derzeit restauriert wird. „Ich bin auch Mitglied in dem Verein, den Dr. Hofer zur Rettung des Schiffes ins Leben gerufen hat“, sagt Kellner und gibt damit zu verstehen, dass ihm das Schicksal des Dampfers auch am Herzen liegt. Die „Prinz Heinrich“ wurde 1909 auf der Papenburger Meyer-Werft als Post- und Passagierdampfer gebaut. Sie verkehrte zwischen Emden und Borkum. Nach Zwischenstationen rostete das Schiff zuletzt im Rostocker Hafen vor sich hin. Dort spürte Dr. Wolfgang Hofer das Wrack auf und rettete es vor dem Verfall. Er will mit seinem Verein aus dem Schiff eine Visitenkarte Ostfrieslands machen.

Ostfriesenzeitung vom 31.05.2006

31.05.2006
„Prinz Heinrich“ ist wieder gerade

Von Gerwin Gräfe

RESTAURIERUNG Zweischrauben-Dampfer wird demnächst zu Wasser gelassen
Georg Romann hat 2600 Euro für die Restaurierung des Schiffes gespendet. Die kamen beim Firmenjubiläum zusammen.

Leer - Der Platz an der Helling auf der ehemaligen Jansen-Werft ist nichts für Naturliebhaber, die die Stille des Waldes lieben. Es wird gehämmert, geschweißt und geflext, dass die Funken nur so sprühen. Dr. Wolfgang Hofer empfindet die Geräuschkulisse als herrlich: „Hier wird richtig rangeklotzt.“ Hofer ist Vorsitzer des Vereins „Traditionsschiff Prinz Heinrich“. Gestern erkundigte er sich zusammen mit seinem Vereinskollegen Georg Romann nach dem Stand der Arbeiten. Außerdem musste noch ein offizieller Akt vollzogen werden : nämlich eine Spendenübergabe. „Georg, ich danke dir“, sagte Hofer zu seinem Vereinskollegen. Der hatte ihm gerade 2600 Euro versprochen.

Die waren bei der Jubiläumsfeier zum 275-jährigen Bestehen von Romanns Firma Waterborg zusammengekommen. Statt der obligatorischen Geschenke hatte Romann um Spenden gebeten. 2600 Euro gaben die Gäste. „Das kann sich doch sehen lassen“, freute sich Romann. Hofer und Romann hielten sich aber nicht lange mit Reden auf, sie verschwanden gleich wieder unter dem Schiffsrumpf, um sich erklären zu lassen, was schon alles gemacht worden ist. Das ist eine ganze Menge. Der Rumpf ist fast fertig. Das Schiff hat auch wieder einen geraden Bug. Demnächst bekommt es einen Schutzanstrich. Danach wird es zu Wasser gelassen, und die elf Arbeiter werden sich dann den Aufbauten widmen.

Die Arbeiter lobt Hofer in den höchsten Tönen: „Alles engagierte und kompetente Leute.“ Zwei Schweißer sind von den Nordsee-Werken extra für die Restaurierung der „Prinz Heinrich“ qualifiziert worden. Alle Beschäftigten arbeiten unter der Aufsicht des Germanischen Lloyd. „Das ist der TÜV unter den Schiffen“, erklärt Hofer und fügt noch schnell hinzu: „Hier wird nicht irgendwie herumgewurschtelt, hier wird Qualitätsarbeit abgeliefert.“ 2009, zum 100. Geburtstag, soll der Ausflugdampfer fertig sein. Bis dahin ist aber noch allerhand zu tun. Zurzeit kümmert sich der Verein in Schweden darum, günstig an einen Dampfantrieb zu kommen. „Dann wäre die ,Prinz Heinrichq etwas Einmaliges“, schwärmt Hofer.

11.Tag der Niedersächsischen Denkmalpflege

Unser Stand am 11.Tag der Niedersächsischen Denkmalpflege am 12. Mai im Park der Evenburg: Peter Schülke, Fidi Fresemann, Hermann Westermann und Wolfgang Hofer bauten in Windeseile eine repräsentativen Infostand der Prinz Heinrich auf. Die Resonanz war sehr gut. Von Links: Wolfgang Hofer, Staatssekretär Dr. Lange(Hannover), Landrat Bramlage, Hermann Westermann. Photo Peter Schülke
Der Staatssekretär sichert Wolfgang Hofer die "Sendung" zur Landesregierung
Das Bild zeigt unseren Vorsitzenden Wolfgang Hofer mit dem Staatssekretär

SonntagsReport 07.05.2006

SonntagsReport 23.04.2006

Ausstellung vom 19-21.April

Nachfolgend im Einzelnen einige Bilder von der Ausstellung vom 19.-21.April im Famila Foyer anläßlich der Wanderausstellung der Emder und Leeraner Werften, auf der altes Schiffshandwerk, insbesondere das Nieten gezeigt wurde.
Das Photo zeigt den Marktleiter R.Priet vor einer der Stellwände. Darauf zu sehen zum ersten Mal ein neues großes Photo des PH-Kapitäns Christoffer Otten, das mir jüngst die Enkelin, Frau Gisela Tekce aus der Türkei zugeschickt hat (s.auch Bericht von Frau Tekce imGästebuch).
Der Marketingleiter, Herr Rainer Priet, hatte gewünscht, daß die Prinz Heinrich auch präsent ist. Dafür danke wir ihm sehr. So haben Kapitän Fidi Fresemann und ich eine kleine Bilderauswahl und Informationen zusammengestellt. Das Interesse war recht groß und der liebe Fidi hat sogar einige Mitglieder geworben.

ASIKO Kundenzeitschrift April 2006

Ostfriesen-Zeitung 16.03.2006

Von Gerwin Gräfe

BESUCH Niedersachsens Regierungschef informierte sich gestern über das Traditionschiff „Prinz Heinrich“ 
Eingeladen hatte Vereinsvorsitzer Dr. Wolfgang Hofer. Sein Verein lässt den Dampfer restaurieren. 

Leer - Der Besuch von Ministerpräsident Christian Wulff in Leer begann außergewöhnlich. Er traf auf die Minute pünktlich um 15.30 Uhr am vereinbarten Treffpunkt beim Ruderverein ein. Das Begrüßungskommitee zeigte sich gar nicht freundlich: Verdi-Mitglieder bliesen ihm mit einem Pfeifkonzert den Marsch. Was einen Politprofi wie Wulff in keiner Weise beeindruckte. Mit Handschlag begrüßte er den Wortführer und stellte per Megafon die Position seiner Regierung dar. Wulff zeigte nicht nur Stehvermögen gegen die Streikenden, auch gegen die Temperaturen. Während die umstehenden CDU-Politiker, Personenschützer und die zu seiner Überwachung abgestellten Kriminalbeamten in dicke Mäntel gehüllt waren, reichte Wulff eine Anzugjacke. Wulff ist wetterfest. Das sollte er nachher ein zweites Mal unter Beweis stellen. 

Nach dem Abstecher an die Streikfront ging es ins Clubheim des Rudervereins. Dort strahlten ihm die Sympathien entgegen. Marga Ehlert, Frau des Rudervereinsvorsitzenden Gert Ehlert, wollte gerne ein Foto. Wulff schnappte sich die Kamera und fotografierte sich und die Gastgeberin mit ausgestrecktem Arm. Der Ruderverein war aber nicht der eigentliche Anlass für den Besuch im Clubhaus. Der war die „Prinz Heinrich“ : ein fast 100 Jahre alter Post- und Passagierdampfer, der gerade auf der ehemaligen Janssen-Werft restauriert wird. Die „Prinz Heinrich“ lag einmal vis a vis des Rudervereins. Dr. Wolfgang Hofer fand, dass das Clubheim der geeignete Ort sei, dem Ministerpräsidenten das Schiff näher zu bringen. Die „Prinz Heinrich“ ist nämlich mehr als ein Dampfer: Sie ist ein Projekt, um das sich ein ganzer Verein gebildet hat. Hofer ist der Urheber des Ganzen (siehe Info-Kasten). 

Der ehemalige Zahnarzt schilderte ebenso wie sein Vereinskollege, Schiffbauer Hellmut Wilckens, in bewegenden Worten, in welchem Zustand sie das Schiff in Rostock vorgefunden hatten und was schon alles unternommen worden ist, um es wieder aufzutakeln. Beide kamen richtig in Fahrt. Hofer sprach schließlich Wulff mit „Landesvater“ an. Der hatte verstanden. Es ging um Geld. „Wir lassen nachher an dem Schiff eine Messingplatte anbringen: ´Stadt und Land Hand in Hand´.“ Das Landesamt für Denkmalspflege werde das Projekt wohlwollend begleiten, ließ Wulff in seiner Rede verlauten. Er würde auch gerne die Einladung von Hofer annehmen, 2009 auf der „Prinz Heinrich“ mitzufahren, wenn sie : so Hofers Wunschtraum : mit dem dann größten je von der Meyer-Werft gebauten Kreuzfahrer die Ems runterfährt. „Falls ich wiedergewählt werde“, beschied ihm Wulff. 

Nach der Theorie warte auf Wulff die Praxis. es ging zur ehemaligen Jansen-Werft, wo die „Prinz Heinrich“ aufgebockt ist. Dort lief Wulff : diesmal mit Mantel : direkt auf die Arbeiter im Blaumann zu, die das Schiff wieder zusammenschweißen. „Da warten Leute, da müssen wir hin.“ Der Mann in dem feinen Zwirn versteht es, auch mit Leute zu reden, die bei der Arbeit den Blaumann bevorzugen.Unter dem Schiff demonstrierte Wulff wieder Wetterfestigkeit. Es zog zwar wie Hechtsuppe, doch Wulff ließ sich alles haarklein erklären. Schließlich sprach er den Satz des Tages: „Wir sehen uns an Bord wieder.“ Hofer strahlte.

Der Vorsitzende übergibt dem Ministerpräsidenten einen gerahmten Generalplan der Prinz Heinrich von 1909 als Dank für den Besuch.
von links. Bürgermeister Kellner, Ministerpräsident Wulff,
Der Ministerpräsident hört den Erklärungen unseres Fachmannes Dipl. Ing. Hellmut Wilckens unter dem Rumpf der Prinz Heinrich interessiert zu.
Wolfgang Hofer überreicht dem Ministerpräsidenten auf der Werft einen

18.03.2006 Ostfriesen-Zeitung

Stadtgespräch: Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff fühlte sich sichtlich wohl in Leer. Vor allem der Besuch des Clubheims des Rudervereins hatte es ihm angetan. Er hatte es zwar nicht gesagt, doch der Butterkuchen mit Mandeln schmeckte ihm offensichtlich sehr gut. Gebacken hatte das Naschwerk Marga Ehlert, die Frau des Vorsitzers Gert Ehlert. Auch ihr dürfte der Besuch in dauerhafter Erinnerung bleiben. Ist sie doch zusammen mit Wulff auf einem Foto, das der Ministerpräsident selbst aufgenommen hat (siehe Foto). Christian Wulff hat Witz. Bei der Besichtigung des Traditionsschiffes „Prinz Heinrich“ auf der Jansen-Werft verpasste ihm Dr. Wolfgang Hofer vom Verein zur Erhaltung des Schiffes einen Schutzhelm. Dr. Hartwig Fischer, ebenfalls vom Prinz-Heinrich-Verein, trug dagegen einen Hut, der ein wenig an Westernhelden erinnerte. „Sie haben auch einen netten Helm auf“, begrüßte ihn Wulff. Wie bereits berichtet, hatte sich Vereinvorsitzer Dr. Wolfgang Hofer beim Wulff-Besuch richtig heiß geredet. „Prinz Heinrich“ hier, „Prinz Heinrich“ dort. Schließlich taufte er die noch namenlose Nesse-Brücke auf „Prinz-Heinrich-Brücke“. Mit der Brücke hatte es auch Bürgermeister Wolfgang Kellner. Er holte Christian Wulff auf den Balkon und zeigte ihm die neue Brücke. Per Handy gab er vom Balkon die Anweisung, die Klappen zu öffnen.
Gerwin Gräfe F

Ostfriesen-Zeitung 26.01.2006

Ostfriesland
26.01.2006

Königlicher Scheck für "Prinz Heinrich"

Von petra Herterich


GESCHICHTE 100 000 Euro von der Sparkassenstiftung für die Restaurierung des
alten Passagierdampfers
2009 wird das Schiff 100 Jahre alt. Dann soll es fertig sein und möglichst
vor einem Luxusliner der Meyer-Werft über die Ems fahren.

leer - Das Wetter war nicht gerade königlich, aber die "Prinz Heinrich" gut
verpackt und der Scheck wetterfest: Gestern gab es für die Renovierung des
Traditionsschiffes von der Sparkasse Leer-Weener und der Niedersächsischen
Sparkassenstiftung 100 000 Euro. "Das ist ein gewaltiger Schritt für uns",
freute sich Dr. Wolfgang Hofer, Gründer des Vereins "Prinz Heinrich". Keinen noch so kleinen Schritt Richtung Leer kamen die Vertreter der Sparkassenstiftung voran: Das Glatteis verhinderte das Erscheinen der Herren aus Hannover. Deshalb überreichte der Chef der Sparkasse Leer-Weener, Egmont Schieffer, das Kuvert mit dem Scheck. "Herr Hofer hat für das Projekt gekämpft wie ein Löwe", verriet Schieffer und freute sich, dass der Mann aus Leer bei der Stiftung "alle eingefangen hat".

Und Hofer freute sich, dass der Verein das Geld abrufen kann, wann immer er
etwas braucht. "Das wird vor allem für die Löhne die Arbeiter sein. Material
bekommen wir von der Papenburger Meyer-Werft, auf der die ,Prinz Heinrich´
1909 gebaut wurde, und von den Thyssen-Nordseewerken." Hofer hofft, dass von
der Förderung durch die Stiftung auch "ein Signal an die Wirtschaft geht und
die nachzieht". Zurzeit liegt das Schiff aufgebockt auf dem Gelände der ehemaligen
Jansen-Werft am Leeraner Hafen. Im April soll es zurück ins Wasser. Bis
dahin muss der Rumpf des beinahe 100 Jahre alten Passagierdampfers
restauriert sein. Er wurde mit Ultraschall auf seine Dichte untersucht. Wo
die Messungen schlecht ausfielen, wird jetzt nachgebessert. "Wir brennen die
Platten raus und setzten zum Teil ganz neue Spaten ein, erneuern also das
Gerippe", erklärte Gustav Boekhoff, der gemeinsam mit seinem Kollegen Karl
Neumann an dem historischen Dampfer arbeitet. Vorher war er bei der
Meyer-Werft. "Da habe ich immer neue Schiffe gebaut, so ein altes ist schon
was anderes."

Und nicht alles kann heute noch genauso wiederhergestellt werden, wie es vor
100 Jahren war. "Wir verschweißen die Platten jetzt, nieten kann ja keiner
mehr", erläuterte Vereinsmitglied und Kapitän a.D. Hermann Westermann. Er
träumt denselben großen Traum wie alle Vereinsmitglieder: einmal wieder mit
der "Prinz Heinrich" fahren. Ein ganz großer Auftritt soll das werden. "Zum 100. Geburtstag, im Jahr 2009, hat die Meyer-Werft bestimmt wieder einen Luxusliner fertig, der über die Ems muss : und dann fährt die ,Prinz Heinrich´ vorweg, über alle
Toppen 
geflaggt", malt sich Hofer aus.

In seinem Traum ist dann allerdings der Himmel blau, und die Sonne scheint.
Nicht so ein Schietwetter wie gestern, sondern "Kaiserwetter" für "Prinz
Heinrich". Unser Schiffbauer, Helmut Gerdes, konnte leider nicht dabei sein, da er einen anderen Termin wahrnehmen mußte.

08.11.2005 Ems-Zeitung Papenburg

Heute: An dem auf der ehemaligen Jansen-Werft in Leer komplett eingerüsteten Schiff hat die Restaurierung begonnen.

„Letzter Zeuge des Kaiserreichs“
Verein will aus altem Meyer-Schiff ein schwimmendes Denkmal machen

Von Gerd Schade

Leer
Ihr Schicksal schien bereits besiegelt: An einem verlassenen Kai der Rostocker Neptunwerft rostete die „Prinz Heinrich“ vor sich hin. Für den alten Dampfer, der einst auf der Papenburger Meyer-Werft erbaut worden war, schien niemand mehr Verwendung zu haben. Doch dann erfuhr Dr. Wolfgang Hofer aus Leer vom traurigen Los des Schiffes. 

Mithilfe eines eigens dafür gegründeten Vereins setzt der ehemalige Zahnarzt alles daran, aus der „Prinz Heinrich“ ein schwimmendes Denkmal zu machen. Im Sommer 2003 kaufte der Verein „Traditionsschiff Prinz Heinrich“ den einstigen Ems-Borkum-Dampfer von 1909 einem Rostocker Geschäftsmann ab. Mit vereinten Kräften wurde er danach über Ost- und Nordsee durch den Dollart und über die Ems in seine alte ostfriesische Heimat geschleppt. Seit Oktober nun liegt die „Prinz Heinrich“ auf der Slipanlage der früheren Jansen-Werft in Leer. Dort soll der alte Dampfer wieder auf Vordermann gebracht werden.

Inzwischen haben zehn Arbeiter einer Beschäftigungsmaßnahme des Landkreises Leer mit der Instandsetzung begonnen. Drei Jahre hat sich der Verein um seinen Vorsitzenden Wolfgang Hofer Zeit für die Restaurierung gegeben. „Dann wollen wir den 100. Geburtstag dieses stolzen Schiffes feiern“, sagt Hofer, zu dessen Jugendzeit es „eine Zierde des Leeraner Hafens“ gewesen sei. Hofer geht es nicht zuletzt darum, „ein Stück emsländisch-ostfriesischer Geschichte zu neuem Leben zu erwecken“. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Das Salzwasser hat dem Dampfer über die Jahrzehnte gehörig zugesetzt. Der Rumpf ist übersät mit Muscheln, und nahezu überall finden sich Roststellen. Dennoch ist ein wichtiger Schritt bereits getan: Das Schiff hat vom Amt für Denkmalpflege in Hannover seine Anerkennung als Schiffsdenkmal erhalten. Damit wurde die entscheidende Voraussetzung für Stiftungen, Institutionen und Behörden geschaffen, die notwendigen Gelder für die Restauration bereitstellen zu können. Einem unabhängigen Gutachter zufolge handelt es sich bei der „Prinz Heinrich“ um ein "schifffahrtsgeschichtlich besonders wertvolles und mittlerweile einmaliges Objekt“. Das Traditionsschiff sei zudem „der letzte Zeitzeuge der Epoche des Kaiserreiches und der letzte deutsche Fracht-, Post- und Passagierdampfer“, den es unter allen Umständen zu erhalten gelte.

Das Schiff soll nach erfolgter Restaurierung an seinem alten Liegeplatz am Nesse-Ufer im Historischen östlichen Handelshafen wieder festmachen. Auf dem Dampfer will der Verein eine Ausstellung über 60 Jahre Ems-Dollart-Schifffahrt und die Zeit der Leeraner Heringsfischerei von 1905 bis 1967 einrichten. Zudem würde sich der stilvolle maritime Rahmen aus Sicht des Vereins „in idealer Weise für geschäftliche und gesellschaftliche Treffen anbieten“.

08.11.2005 Ems-Zeitung Papenburg

Gestern: Die 1909 auf der Meyer-Werft gebaute "Prinz Heinrich" pendelte einst in erster Linie zwischen Emden und Borkum.

„Letzter Zeuge des Kaiserreichs“
Verein will aus altem Meyer-Schiff ein schwimmendes Denkmal machen

Borkum-Dampfer, Motor- und Museumsschiff unter falschem Namen

Die „Prinz Heinrich“ wurde anno 1909 auf der Meyer-Werft in Papenburg als Doppelschrauben-Post- und -Passagierdampfer für die Borkumer Kleinbahn & Dampfschifffahrts AG gebaut. Sie ist 37 Meter lang, sieben Meter breit und mit einer 300-PS-Maschine ausgestattet (Tiefgang: 1,80 Meter, BRT: 212). Der Dampfer pendelte in erster Linie zwischen Emden und Borkum. Während der beiden Weltkriege wurde die „Prinz Heinrich“ als Versorger für die ostfriesische Insel eingesetzt. 1953 in „Hessen“ umbenannt, baute der neue Besitzer, die Reederei AG-Ems, den Dampfer zu einem Motorschiff um. 1970 wurde es außer Dienst gestellt und als Museumsschiff „Mississippi“ für eine Überseeausstellung an die Trave nach Lübeck verkauft. Nachdem man die Ausstellung im Jahr 2002 in den „Teepott“ nach Warnemünde veräußert hatte, blieb das Schiff in einem trostlosen Zustand im Rostocker Hafen zurück
(Internet: www.prinz-heinrich-1909.de). gs

05.11.2005 Ostfriesen-Zeitung

Diese Crew entkernt seit zwei Wochen den ehemaligen Ausflugsdampfer „Prinz Heinrich“ (von links): Wilhelm Knüver, Bernd Bartels, Rainer Janssen, Wolfgang Müller, Franz Blome, Thomas Bruins, Wilhelm Brahms und Manfred Schnell.

„So sauber wie abgenagtes Geflügelgerippe“

von gabriele boschbach

SANIERUNG Der alte Ausflugsdampfer „Prinz Heinrich“ wird derzeit von Ein-Euro-Jobbern entkernt
Die Innenverkleidung verschwindet komplett. Mit den weiterführenden Arbeiten sollen Firmen beauftragt werden.

Leer - Zwei Wochen ist es erst her, dass zehn kräftige Männer zu Stemmeisen und Vorschlaghämmern griffen, um das ehemalige Passagierschiff „Prinz Heinrich“ zu entkernen. Bereits jetzt ist die Arbeit auf der Slipanlage der ehemaligen Jansen-Werft im Leeraner Hafen sehr weit fortgeschritten. „Das haben wir schon geschafft“, sagt Vorarbeiter Wolfgang Müller stolz und stemmt seine Hände in die Hüften. Sein Blick gleitet über den ehemaligen Salon des Schiffes, der aussieht wie ein sauber abgenagtes Hähnchengerippe. Alle Holz- und Metallteile wurden entfernt, ebenso Reste von altem Lack, Kunststoffbezügen und Tapeten. An den Fensterrahmen ragen die scharfkantigen Reste der alten Eisenbrüstung in die Höhe. Der Rost hat sich seinen Weg durch das Material gebahnt, er hinterließ großflächige rotbraune Spuren, die den Rumpf wie eine Flechte überziehen. Doch gemessen daran, was die Sanierungs-Crew noch vor sich hat, ist der Salon ein verschwindend kleiner Teil des Projekts. Dazu gehört das Entfernen der locker sitzenden Farbreste an der Außenhaut des 37 Meter langen Schiffes. Dafür setzen die Männer Spachtel ein, mit denen sie immer wieder über die alten Lackschichten gleiten. „Das ist viel Arbeit“, sagt Franz Blome, einer der Arbeiter. „Doch es ist besser zu malochen, als zu Hause zu sitzen und Däumchen zu drehen.“

Der Bingumer ist ebenso wie die neun anderen Männer lange Zeit arbeitslos gewesen. Als er davon hörte, dass die „Prinz Heinrich“ saniert werden soll und dafür Ein-Euro-Jobs vergeben werden, meldete er sich freiwillig. Bis zum 31. Dezember dauert die Beschäftigung, die über den Gewerbepark des Landkreises Leer abgewickelt wird. Zu den Aufgaben des Teams gehört die Demontage der Anker-Ruderanlage, die auseinander geschnitten werden muss. In Einzelteile zerlegt wird sie zu einer Spezialfirma gebracht, die die Restaurierung übernimmt. Im nächsten Jahr sollen noch weitere Firmen in die Sanierung eingebunden werden. „Ich habe das Angebot einer Firma vorliegen, die Schiffe der Meyer-Werft mitproduziert hat. Die will den Rumpf der ,Prinz Heinrich´ sandstrahlen und konservieren“, sagt Dr. Wolfgang Hofer, der „Spiritus rector“ des Projekts. Er ist sehr froh, dass die zehn Ein-Euro-Jobber sich mit so viel „Engagement in die Arbeit reinhängen“.

05.11.2005 Ostfriesen-Zeitung

Prinz Heinrich Die „Prinz Heinrich“ wurde 1909 auf der Papenburger Meyer-Werft als Post- und Passagierdampfer gebaut. Auftraggeber war die „Borkumer Kleinbahn & Dampfschiffahrts AG“. Der Dampfer verkehrte in erster Linie zwischen Emden und Borkum. Er fuhr aber auch von Leer aus zur Insel. 1953 wurde die „Prinz Heinrich“ in „Hessen“ umbenannt. 1958 ließ der damalige Besitzer, die Reederei AG Ems, den Dampfer umbauen. Zwölf Jahre später wurde er außer Dienst gestellt und lag fast 30 Jahre als Ausstellungsschiff in Lübeck. Zuletzt rostete der Dampfer im Rostocker Hafen vor sich hin. Dr. Wolfgang Hofer erfuhr von dem Schicksal des Schiffes. Der ehemalige Zahnarzt setzte alles daran, es nach Leer zu holen und den Plan einer Restaurierung voranzutreiben. Dafür gründete er einen Verein, dem mittlerweile 54 Mitglieder angehören. Außerdem konnte der heimatverbundene Leeraner einige Reeder für sein Vorhaben gewinnen. Zentrales Anliegen der Restaurierung sei es, so Hofer, aus dem Schiff eine „Visitenkarte Ostfrieslands“ zu machen. Es soll ein schwimmendes Denkmal werden. Als Liegeplatz hat er den nesseseitigen Teil des Hafens vor Augen. Die eingerüstete „Prinz Heinrich“ auf der Slipanlage.

30.10.2005 SonntagsReport

22.10.2005 Ostfriesen-Zeitung

Zehn Arbeiter einer Beschäftigungsmaßnahme des Landkreises sind dabei, den ehemaligen Passagierdampfer Prinz Heinrich wieder in Stand zu setzen. Das Schiff liegt auf der Slipanlage der ehemaligen Jansen-Werft in Leer. Die Arbeiter haben das gesamte Boot eingerüstet. Die Gerüste hat die Firma Nietiedt mit Sitz in Riepe zur Verfügung gestellt. Drei Jahre Zeit hat sich der Verein zum Erhalt des Passagierdampfers für die Restaurierung des Bootes gegeben. „Dann wollen wir den 100. Geburtstag dieses stolzen Schiffes feiern“, kündigt Vereinsvorsitzer Dr. Wolfgang Hofer an. Es soll später als schwimmendes Denkmal im Hafen liegen. _ueber_Passagierdampfer Prinz Heinrich eing

28.08.05 Sonntagsreport

20.08.2005 Ostfriesen-Zeitung

„Prinz Heinrich“ ist aus dem Schlick raus

Von Gerwin Gräfe

GESCHICHTE Der 96 Jahre alte Passagierdampfer liegt jetzt auf der ehemaligen Jansen-Werft
Das Traditionsschiff hatte früher Gäste nach Borkum befördert. Auch in Leer machte es fest.

Leer - Es ist geschafft. Die „Prinz Heinrich“ liegt auf der Slipanlage der ehemaligen Jansen-Werft. Frühere Mitarbeiter haben das Schiff aus dem Hafen auf die Werft gezogen „Es ist unvorstellbar, was diese Männer geleistet haben“, zollt ihnen Dr. Wolfgang Hofer Respekt. Die Wagen, mit denen das Schiff auf die Helling transportiert wurde, standen mehrere Meter tief im Schlick. Hofer, der in Leer vor allem als Organisator des Weinfestes bekannt ist, gehört dem Verein „Prinz Heinrich“ an. Der hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus dem Passagierdampfer von einst ein schwimmendes Denkmal zu machen. Es soll als Museums- und Ausstelllungsschiff der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

So weit ist es aber noch lange nicht. Das Salzwasser hat dem 96 Jahre alten Passagierschiff ordentlich zugesetzt. Holzteile haben Risse oder sind zerbröselt. Der Rumpf ist übersät mit Muscheln. Überall finden sich Roststellen. „Da wartet eine Menge Arbeit auf uns“, meint Hofer. Der ehemalige Zahnarzt steht mit seinem Enthusiasmus aber nicht alleine da. Der Verein zur Erhaltung der „Prinz Heinrich“ hat mittlerweile 54 Mitglieder. Viele sind nicht nur mit dem Herzen dabei, sie haben auch Sachverstand und sind bereit, in die Tasche zu greifen oder sonstwie zu helfen. Hofer ist es gelungen, mehrere Leeraner Reeder ins Boot zu holen. Einer von ihnen, Roelf Briese, hat seine Slipanlage auf der ehemaligen Jansen-Werft zur Verfügung gestellt. Der Dampfer soll wieder so hergerichtet werden, wie ihn Hofer aus seiner Jugendzeit kannte. „Das Schiff war eine Zierde des Hafens“, erinnert er sich.

Vor ein paar Jahren hatte ihm Professor Werner von Unruh von der Fachhochschule Seefahrt in Elsfleth vom Schicksal der „Prinz Heinrich“ erzählt. Der ehemalige Kapitän ging früher in Leer zur Schule, sein Vater war Vertreter des Oberkreisdirektors. Das Schiff rostete an einem verlassenen Kai der Neptunwerft im Rostocker Hafen vor sich hin. Es hatte zuvor 30 Jahre lang als Ausstellungsschiff in Lübeck gelegen. Dann wurde es samt der maritimen Raritäten nach Warnemünde verkauft. Für das Schiff gab es keine Verwendung mehr. Es wurde im Rostocker Hafen aufgelegt. Hofer setzte alles daran, die ehemalige „Prinz Heinrich“ nach Leer zu holen. Ende Juni vor zwei Jahren bugsierte der Schlepper „Ems Tug“ von der Leeraner Firma Ems Offshore den Schraubendampfer in den Hafen.

Jetzt ist er aus dem Wasser raus. Reparatur und Rückbau können beginnen. „Wir haben uns einen Zeitraum von drei Jahren gesetzt“, sagt Hofer.

17.05.2005 Ostfriesen-Zeitung

Der Tee lockte Gäste aus ganz Ostfriesland an

Städte und Dörfer verändern sich ständig. Wo mal eine Mühle war, gibt es jetzt ein Geschäft. In der Serie „Alls anners worrn“ zeigt die OZ, wie es früher war und wie es heute ist.

OZ-SERIE (62) An der Logaer Fähre gab es das beliebte Ausflugslokal Kruse / In den ersten Jahrzehnten wurden Schiffer bewirtet

_autor_von gabriele boschbach leer - Die Idylle war ohne Vergleich: In dem Ausflugslokal der Familie Kruse an der Logaer Fähre konnte man unter mächtigen Bäumen auf der Terrasse sitzen und seinen Blick weit ins Overledingerland sowie über die Ledaschleife gleiten lassen. „Die Gäste kamen aus ganz Ostfriesland, weil sie zum einen dieses Panorama schätzten, zum anderen aber auch den Tee genossen, der sensationell gut war“, erzählt Hermann Göbel, dessen Mutter Dina Göbel das Haus lange Zeit geführt hatte.

1850 ist das ehemalige, 1772 erbaute Kolonistenhaus in den Besitz der Familie übergegangen. Damals lag das Gebäude an einem Verkehrsknotenpunkt. An dieser Stelle setzte die handbetriebene Logaer Fähre zum anderen Ufer über. Ein Fährmann bediente diese Pünte, die die Gäste zur Nettelburger Seite und zurück brachte. Neben der Ledafähre bei Esklum war es bis 1934, bis zum Bau der Ledabrücke, die einzige Möglichkeit, von Leer aus in südlicher Richtung ins Overledinger Land zu gelangen. Harm Berends Kruse, der Ururgroßvater von Hermann Göbel, eröffnete dort eine Gastwirtschaft, die in erster Linie von Fährleuten, Schiffern und Fahrgästen aufgesucht wurde. Damals hat es nach den Recherchen von Hermann Göbel so etwas wie einen kleinen Hafen an dieser Stelle der Leda gegeben. Torf, Ziegel und andere Materialien wurden angeliefert und verladen. Die Blütezeit der Gaststätte begann, als Hermann Kruse 1913 diese zu einer Gartenwirtschaft umfunktionierte. In dieser Zeit festigte sich der Ruf des Lokals als attraktives Ausflugsziel. Ganze Schulklassen kamen mit dem Dampfer „Prinz Heinrich“ aus Emden, um „Onkel Heini“ in Logabirum zu besuchen, eine Kinderbelustigung mit Zoo. Natürlich kehrten viele auch in das Ausflugslokal an der Leda ein. Das rege Leben war mit einem Schlag beendet, als die Ledabrücke 1934 in Betrieb genommen wurde. Der Fährbetrieb wurde eingestellt. Dina Göbel, die die Ausflugswirtschaft 1941 von ihrem Vater Hermann Kurse übernommen hatte, schaffte es allerdings durch hervorragende Produkte und ihre Gastlichkeit, noch mal an die Blütezeit des Hauses anzuknüpfen. Sehr begehrt soll ihr Apfelkuchen mit Schlagsahne gewesen sein. 

Mitte der 70er Jahre war auch diese Ära vorbei. Hermann Göbel wollte indessen das Haus als Gaststätte erhalten. Er investierte eine nicht unbeträchtliche Summe in die Instandsetzung des Hauses und eröffnete es mit einem neuen Pächter im April 1977 wieder. „Selbst der damalige Landrat ist zur Einweihung gekommen“, erinnert sich Hermann Göbel. 
Trotz der hohen Investition und des guten Renommees scheiterte das Vorhaben. Hermann Göbel versuchte es noch mal mit einem zweiten Pächter : wieder vergebens. 1982 verkaufte er das Haus, das seither privat genutzt wird. Die ruhmreiche Zeit des Hauses wirkte jedoch lange nach. Noch Jahre nach ihrem Einzug hätten Passanten an ihre Tür geklopft, nach dem Ausflugslokal gefragt und Tee trinken wollen, erzählt die jetzige Inhaberin. "
„Selbst der damalige Landrat ist zur Einweihung gekommen“ "
Hermann Göbel


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